Weiterer Kahlschlag im Biotop gestoppt

Im Konflikt um den Eingriff an Maschinen- und Märchenteich sorgt ein Ortstermin für Entspannung. Doch schon droht das nächste Problem.

Auerbach.

In der Sache liegt man weiterhin auseinander, aber der Gesprächsfaden wurde aufgenommen. Beim Ortstermin am Maschinenteich am gestrigen Mittwoch haben sich Vertreter der Stadt Auerbach und Naturschützer Volkmar Ihle darauf verständigt, sich künftig früher in Überlegungen zur Gestaltung der naturnahen Freizeitfläche südlich des Hofauparks einzubeziehen. So wollen die Beteiligten neue Schäden verhindern. Denn Fakt ist: Bei den Vorbereitungsarbeiten für den Bau der Wasserversorgungsleitung für den Maschinenteich wurden mehr Bäume gefällt als notwendig - wie von den Naturschützern befürchtet. Ein erster Abgleich mit Planungsunterlagen ergab, dass sieben Bäume der Motorsäge zum Opfer gefallen sind, die hätten stehen bleiben können.

Wie es dazu kommen konnte, sei nicht mehr nachzuvollziehen, erklärte Patrick Zschiesche, Fachbereichsleiter Bau im Rathaus. Im Herbst seien jene Bäume markiert worden, die gefällt werden durften. Doch inzwischen tragen in dem verwilderten Grundstück mehr Bäume eine solche Markierung. Aufgefallen sei das der Baufirma beim Abgleich mit dem Leistungsverzeichnis - aber da war es zu spät. Immerhin konnte nach Rücksprache mit der Stadtverwaltung ein noch größerer Schaden abgewendet werden. Dass der mit der Bauüberwachung beauftragte Mitarbeiter des Planungsbüros nach Krankheit erst diese Woche die Arbeit wieder aufnehmen konnte, kam erschwerend hinzu.

"Wir wollen hier keine Tatsachen schaffen", wies Zschiesche die Vermutung zurück, der Kahlschlag sei ein Vorgriff auf den Radwegbau über den Damm am Maschinenteich. "Hier wird nur der Düker gebaut. Für alles andere läuft erst die Planung", versicherte er. Denn der Streit darüber, ob der Göltzschtal-Radweg über den Damm (Vorzugsvariante der Stadt) oder den Wirtschaftsweg unterhalb Lidl (Vorzugsvariante der Naturschützer) verlaufen soll, ist der eigentliche Konflikt.

"Die Stadt zeigt sich inzwischen gesprächs- und kompromissbereit", lobte Volkmar Ihle. Der Vorsitzendes des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND) im Vogtland erhielt beim Ortstermin die Zusicherung, künftig früher in die Planung einbezogen zu werden. Doch noch lägen keine Details vor, etwa zu den Kosten der Varianten, so Zschiesche.

Allerdings zeichnet sich bereits ein neues Problem ab: Der Märchenteich, ein Laichgewässer für die Kröten in der Hofau, muss wegen der Bauarbeiten für die Wasserzuleitung abgelassen werden. Womit sich die Frage stellt: Wohin mit den Kröten, die dort bald wandern?

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1Kommentare
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  • 3
    2
    Tauchsieder
    14.03.2019

    Ein Witz dieser Artikel, natürlich nicht was hier Hr. Weiß schrieb, was dabei rauskam.
    Und damit gibt sich der BUND zufrieden?
    Konsequenzen Hr. Ihle, Konsequenzen und kein Palaver unter freiem Himmel. Was das als letztes in dem Artikel angesprochene Problem der Kröten ist, ist eigentlich keines. Man muss nur die Bauarbeiten entsprechend zeitlich verlegen und dies wäre bei einer rechtzeitigen Beteiligung eines Naturschutzverbandes auch so angezeigt wurden.
    Mich erinnert dieses Bild an die drei Affen, auch wenn hier mehr Leute auf dem Foto sind. Nichts sehen, nichts sagen, nichts hören.



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