Weltklasse-Chor singt erstmals vierstimmig

Peter Orloff und die Schwarzmeer-Kosaken haben am Donnerstag wieder einmal im Rodewischer Ratskeller gastiert. Wenn auch zwangsweise vor weniger Publikum.

Rodewisch.

Tiefe Bässe und atemberaubende Tenöre, dafür sind die Schwarzmeer-Kosaken unter der Leitung von Peter Orloff bekannt. Auch in Rodewisch. Am Donnerstag war der Chor zum fünften Mal im Ratskellersaal zu erleben. Allerdings unter anderen Vorzeichen. Statt zwölf standen und saßen diesmal fünf Sänger Seite an Seite mit zwei Instrumentalisten auf der Bühne.

Auch bei der Gästeanzahl mussten Abstriche gemacht werden. Normalerweise würden zu solchen Anlässen 400 Leute Platz finden, sagte Saal-Manager Peter Vogt. Donnerstag durften es Corona-bedingt mit Abstand maximal 120 sein. Einige Stühle blieben unbesetzt. Das Klangerlebnis war letztendlich das bekannte: Männer in schwarzen Reiteruniformen und in ihrer Mitte Peter Orloff schöpften gut anderthalb Stunden aus ihrem stattlichen Repertoire von russischer Liturgie und Balladen bis zu Klassik. Tschaikowskis "Schwanensee" platzierten die Schwarzmeer-Kosaken so ziemlich am Anfang. "Für das Ballett braucht man eigentlich drei Stunden", sagte Peter Orloff. "Was wir singen, ist das Hauptmotiv."

Was auch diesmal nicht im musikalischen Reisegepäck fehlte, waren das "Wolgalied" und der Elvis-Hit "It's Now Or Never". Dabei handele es sich eigentlich um ein Volkslied, erklärte Orloff. "Elvis Presley war also nicht der erste, der es gesungen hat." In Rodewisch präsentierte das Ensemble ein Novum: Nie zuvor war von den Schwarzmeer-Kosaken vierstimmiger Gesang zu hören.

Seit 1993 steht Peter Orloff an der Spitze des Chores mit seiner tiefen Melancholie und dem zugleich überschäumenden Temperament. Mittlerweile ist er beim 60-jährigen Bühnenjubiläum angekommen. Der 75-Jährige singt nicht nur, er komponiert auch. Zu seinen "Kunden" gehörte unter anderem Peter Maffay. Die jüngste Tournee der Formation endete am 8. März. "Wir sind gerade noch fertig geworden, bevor die Corona-Einschränkungen begannen", erzählte Orloff.

Auch für den Ratskellersaal ist wieder eine ausgesprochen ungewisse Zeit angebrochen. Mundart-Theater mit dem Kottengrüner Trämpele am letzten Oktobertag ist gestrichen. Auch die nächste Veranstaltung wackelt noch: Für kommenden Freitag ist ein Vortragsabend der hiesigen Alpenvereins-Sektion mit dem Titel "Faszination Berge" geplant. Bergsteiger aus dem Vogtland wollen von ihren Touren berichten.

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