Weltmusikgarten: Klang kehrt zurück

Das Musikinstrumenten-Museum Markneukirchen ist zurzeit für den Besucherverkehr geschlossen. Mitarbeiter nutzen die Zwangspause.

Markneukirchen.

Über das Gelände pfeift ein kalter Wind. Zwar scheint die Sonne, aber sie macht es auch nicht erträglicher. Da helfen nur Fingerlinge, Schal und dicke Jacke ein wenig. Pascal Lederer streift Handschuhe über und zieht seine Pudelmütze auf die Stirn. Zurzeit ist er Bufdi, verrichtet also einen Bundesfreiwilligendienst im Musikinstrumenten-Museum. "Damit will ich nach dem Abitur dieses Jahr überbrücken, bevor ich im September in Dresden oder Leipzig auf Lehramt Musik studiere. Das ist der Plan. Danach will ich unbedingt zurück nach Markneukirchen, entweder als Lehrer oder - mal sehen." Statt im Museum und in dessen Archiv Arbeiten zu erledigen, für die er normalerweise gebraucht wird und "bei denen ich sehr viel lernen kann", sind in diesen Tagen eher Pascal Lederers handwerkliche Fähigkeiten gefragt. Das Musikinstrumenten-Museum ist auf nicht absehbare Zeit wegen des Coronaviruses für den Besucherverkehr geschlossen. Der interne Betrieb ist durch die Zwangspause im Wesentlichen jedoch nicht betroffen und läuft weiter, unter anderem durch Homeoffice. Pascal Lederer ist zurzeit zum Beispiel damit beschäftigt, den Weltmusikgarten nach dem Winter wieder auf Vordermann zu bringen.

Dazu gehört, die Klangtreppe aufzubauen, damit sie mittels kleiner Glocken an der Seite spielfähig wird. "Wer ein bisschen Geschick hat, kann beim Treten auf die beweglichen Stufen Beethovens Ode 'An die Freude' erklingen lassen." Was noch ansteht, sind auch Farbarbeiten und Reparatur des Daches der Asia-Hütte. Dort sind typisch asiatische Instrumente wie Wasserspringschale und Klangschale unter- gebracht.

Nicht nur, dass auf nicht absehbare Zeit keine Besucher durch das Musikinstrumenten-Museum geführt werden können. Ein ebenso herber Schlag ist nach den Worten von Mitarbeiter Frank Fickelscherer-Faßl auch, dass der Internationale Instrumentalwettbewerb im Mai abgesagt werden musste und damit auch die geplante und bereits vorbereitete Sonderausstellung zur Geschichte der Musima. Sie sollte zumindest zeitweise ergänzt werden durch Arbeiten von Studenten der Merzvilla Markneukirchen und Azubis an der Berufsfachschule Vogtländischer Instrumentenbau Klingenthal, die damit und im Zusammenhang mit den Europäischen Tagen des Kunsthandwerks sich und ihre Fachbereiche vorstellen wollten. Frank Fickelscherer-Faßl: "Derzeit steht in den Sternen, ob oder wann die Musima-Sonderausstellung nun gezeigt wird und ein Buch dazu erscheint."


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