Wie die Kirche zu DDR-Zeiten zum Dach aus Kupferblech kam

Die großen Sanierungsarbeiten an der Heilig-Kreuzkirche in Falkenstein fielen in die Zeit der Ostmangelwirtschaft. Da halfen nur Beziehungen nach ganz oben und in den Westen. Ein Blick zurück zum 150-Jährigen.

Falkenstein.

Monatelang zieht der eingerüstete Kirchturm die Blicke auf sich, wie ein Kunstwerk strebt er auf der historischen Aufnahme nach oben. Im Februar 1972 wurde der Turm eingerüstet, vermutlich entstand das Foto kurz danach. Wie an den Bäumen zu sehen ist, hatte der Frühling noch nicht begonnen.

Das Turmdach sollte mit Kupferblech eingedeckt werden. Doch: Zu DDR-Zeiten sei es kaum möglich gewesen, das Material zu beschaffen, schreibt der Heimatverein Falkenstein in seiner Begleitbroschüre zur aktuellen Ausstellung 150 Jahre Kirche Zum Heiligen Kreuz in Falkenstein. Noch bis 20. Oktober läuft die Schau dort, diesen Samstag beginnt eine Festwoche. "Erstaunlicherweise waren die Bautätigkeiten in und um den Sakralbau in keiner anderen Zeitspanne so intensiv wie zu DDR-Zeiten", sagt Andreas Rößler, einer der Macher der Schau im Heimatmuseum, die sich ausschließlich mit der Baugeschichte der Kirche beschäftigt.

In den 60er-Jahren war bereits die Orgel erneuert und der Innenraum renoviert worden. Nebst dem Kirchturm kündigten sich in den 70er- und 80er-Jahren dann auch große Reparaturen auf dem Dach und an den Außenmauern an. Immerhin hatte der Bau 1969 schon 100 Jahre hinter sich. Wie Andreas Rößler berichtet, waren es vor allem die Kirchgemeindemitglieder, die durch Spenden und tatkräftige Mitarbeit den Sanierungen zum Erfolg verhalfen. Bei der Materialbeschaffung waren aber noch andere Verbindungen notwendig. Für die Kirchturmsanierung 1972 ließ der CDU-Volkskammer-Abgeordnete Wolfram Haller sein Vitamin B spielen, bei der Dachsanierung zehn Jahre später holte man Spendengelder für das rare Kupferblech vor allem aus dem Westen.

Eindrücklich sind die Bauarbeiten in der Schau mit Fotos dokumentiert. Laut Rößler ist das Interesse bisher groß. Zirka 150 Besucher wurden an drei Wochenenden in der Ausstellung bisher gezählt.

150 Jahre Kirche zum Heiligen Kreuz Die Ausstellung im Heimatmuseum Schloss Falkenstein öffnet am Wochenende das nächste Mal. Bis 20. Oktober ist sie jeweils samstags und sonntags von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Begleitend ist eine Broschüre für neun Euro erhältlich.


Festprogramm

Mit der Aufführung des "Messias" von Georg Friedrich Händel beginnt am Sonnabend, 17 Uhr, die Festwoche 150 Jahre Weihe der Falkensteiner Kirche Zum Heiligen Kreuz.

Am Donnerstag findet einen Festgottesdienst zum Jubiläum mit Landesbischof Carsten Rentzing statt. Beginn ist 10Uhr, 15 Uhr wird das Falkensteiner Kirchweihspiel gezeigt.

Ein heiterer Abend mit Gemeindegeschichten findet am Freitag, ab 17 Uhr, statt. Am 5. Oktober folgt ab 17 Uhr ein Vortrag zur Kirchengeschichte. Am 6. Oktober beginnt um 9 Uhr der Erntedankgottesdienst. (lh)

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