Wie ein deutsches Dorf einem Dorf in Afrika hilft

Der Amali-Verein aus Grünbach unterstützt ein kleines Dorf in Uganda. Jetzt ist die afrikanische Vereinschefin im Vogtland und hält Vorträge darüber, wie diese Hilfe aussieht. Und wie sie ankommt bei den Menschen.

Grünbach.

Annette Akankwasa weiß, wovon sie spricht. Wenn sie vom Helfen erzählt und wie das ankommt. Sie leitet das Kitokoloprojekt des Grünbacher Vereins Amali. Kitokolo ist ein Dorf in Uganda. Abgelegen und rund 130 Kilometer entfernt von der Hauptstadt Kampala. Die Gegend litt in den 80er Jahren unter dem Bürgerkrieg. Auch Aids hat tiefe Wunden dort hinterlassen. Es gibt viele Witwen und Waisen, die in armen Verhältnissen leben.

Annette Akankwasa, 44, wohnt mitten im Dorf. Gerade ist sie in Deutschland unterwegs und erzählt von ihrer Arbeit und vor allem davon, was die Hilfe aus Deutschland bewirkt. Auch in Grünbach.


Sie benutzt Bilder, wenn sie erzählt, denn Bilder wirken. Sie zeigt, wie die Häuser und Hütten aussehen, wenn keine Hilfe hinkommt und das Dach undicht ist. Dann zeigt sie, wie sich die Umstände und Menschen verändern, wenn Hilfe ankommt: strahlende Kinderaugen bei denen, die in die Schule gehen dürfen. Die Leiterin stellt vor allem die vielen Aktionen vor, die auf verschiedenen Ebenen das Leben der Menschen verbessern.

Zuletzt gab es ein Gesundheitscamp. Beim letzten Besuch aus Deutschland waren eine Ärztin und eine Laborantin mitgekommen. Sechs Tage lang behandelten sie die Dorfbewohner kostenlos und gaben ihnen Medikamente gegen Malaria und Würmer. Gleichzeitig hatte man junge Zahnärzte aus Uganda ins Dorf geholt. Weil sich so viele Patienten meldeten, soll künftig zweimal im Monat ein Zahnarzt kommen. Für die Ausstattung des Sprechzimmers will der Verein aus Grünbach sorgen.

Familie Geipel aus Bad Elster gehörte nicht nur zu den Besuchern des Informationsabends. Christian Geipel war schon sechsmal in Uganda, Vater Erhard zweimal. Beide sind begeistert von der Arbeit des Vereins und haben vor Ort mit Hand angelegt. Ihr Patenkind Henri hat mittlerweile die Berufsausbildung als Automechaniker in Kitokolo abgeschlossen. Die Geipels begleiteten ihn durch seine Kindheit. Als für die Berufsausbildung Lehrmaterial fehlte, spendeten sie, und diese Spenden wurden zweckgebunden eingesetzt. Die Berufsschule konnte davon einen Motor, Werkzeug und ein Auto für Lehrzwecke erwerben.

Der Amali-Verein gibt Hilfe zur Selbsthilfe. Das schätzt nicht nur Familie Geipel. Die beiden Männer bestätigen, was die Leiterin vorgestellte. Seit Gründung des Vereins wurde ein Brunnen gebaut, eine Grundschule und eine Berufsschule, ein Waisenhaus, Patenkinder unterstützt, alte Menschen und Familien.

Wer nach Kitokolo reist oder im Verein mitarbeitet, der trägt alle Kosten selbst. Mit Spenden und Fördermitteln konnte viel erreicht werden. Erhard Geipel sieht bei Fördermitteln die Gefahr, dass ein großes Projekt umgesetzt wird, aber die Hilfe dann verpufft, weil sich niemand mehr kümmert. Doch Annette Akankwasa achtet darauf, dass die Hilfe weiter als für den Moment reicht. So zeigt sie einen kleinen Jungen, der anstelle von Süßigkeiten ein Schwein bekam, das sich dann bald vermehrte. Und als man in einer Dürrezeit Samen an die Familien vergab, mussten alle einen Teil der Ernte zurück bringen, damit weiter geholfen werden kann.

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