Wie Rodewisch im Jahr 2030 aussehen soll

Wie lässt sich die Zukunft einer Stadt in Bildern fassen? Acht Rodewischer hatten eine Idee. Eine Leipzigerin brachte sie zu Papier, ein Dresdner hat sie animiert. Im September soll das Ergebnis ausgestellt und bald stadtweit präsentiert werden.

Rodewisch.

Eine Kleinstadt im Grünen, in der es sich perfekt wohnen lässt: mit guter Verkehrsanbindung, einem lebhaften gesellschaftlichen Umfeld, kulturellen Angeboten, kreativen Einkaufsmöglichkeiten. Das soll Rodewisch im Jahr 2030 sein. Binnen drei Jahren wurde, begleitet von der Hochschule Neubrandenburg, an dieser Vision gefeilt. Inselneuordnung, Neue Mitte, Rowi-Park, neuer Busbahnhof: Teilweise arbeitet die Stadt schon kräftig auf dieses Ziel hin. Doch wie lässt sich visuell die Lust darauf wecken? Eine Gruppe von Rodewischern hat sich damit beschäftigt. Das Resultat: neun Plakatentwürfe und ein Animationsfilm.

Kopf der Gruppe ist Christian Günther. Der 37-Jährige wohnt zwar inzwischen in Beerheide, ist aber gebürtiger Rodewischer und findet das Angebot, dort an der Stadtentwicklung mitarbeiten zu dürfen, "toll". Aus Gesprächen mit Freunden und Bekannten wisse er: "Das gibt es in der Form sonst nirgendwo."

Im Rahmen des Forschungsprojektes hatte die Stadt Rodewisch ihre Bürger zum Mitmachen aufgefordert. Es bildete sich eine Szenariogruppe, über ein Jugendbarcamp fanden sich auch junge Rodewischer, die seither an der Zukunft ihrer Stadt feilen. Das sei beispielhaft, lautete vor einer Woche das Urteil dazu von Vertretern der Landesregierung und Hochschullehrern. Vor zwei Wochen war Rodewisch zudem Gast auf einem bundesweiten Kleinstadtkongress in Berlin.

Günthers Gruppe, die insgesamt sieben Mitstreiter zählt, befasste sich mit der Illustration der Zukunftsgeschichte. Rodewisch 2030 - so der Titel. Für die Umsetzung der Ideen holten sie eine gebürtige Auerbacherin ins Boot: Julia Kluge. Kluge ist freischaffende Künstlerin in Leipzig. Neun Zukunftsgeschichten hat sie kreiert, die anlässlich der September-Sitzung des Stadtrates im Rathaus erstmals ausgestellt werden sollen. Bürgermeisterin Kerstin Schöniger (CDU) spricht von einer Wanderausstellung, die an verschiedenen Orten gezeigt wird. Zudem sei geplant, die Arbeiten als wetterfeste Tafeln im Stadtgebiet verteilt aufzustellen. "Wir haben die Druckvorlagen digital vorliegen, sie lassen sich flexibel einsetzen", so Schöniger. Etwa 4000 Euro habe die Kommune für die Entwürfe bezahlt, finanziert über das geförderte Forschungsprojekt.

Mit etwa der gleichen Summe schlug ein weiteres Projekt zu Buche. Denn Günthers Gruppe reichten Kluges Wimmelbilder allein noch nicht, sie sollten animiert werden. Das umgesetzt hat ein weiterer gebürtiger Vogtländer, der in Dresden als Filmemacher arbeitet: Matthias Ditscherlein. Vergangene Woche wurde das Ergebnis erstmals präsentiert. Künftig soll der Film unter anderem auf der städtischen Internetseite abrufbar sein. "Wir haben noch mehr Ideen", so Christian Günther. Demnächst sei wieder ein Treffen mit Julia Kluge angesetzt.

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