Wildparker und Gebührenpreller sorgen an Pöhl für Empörung

Auf den Parkschein verzichtet, sich in den Wald gestellt oder auf einen Platz, der nicht für Besucher gedacht ist: Beschwerden übers Parken frei Schnauze am Stausee türmen sich.

Pöhl.

Jörg Böhm vom Kletterwald an der Talsperre Pöhl reicht es. "Das Wildparken wird hier immer schlimmer", sagt er. Doch damit nicht genug: In den vergangenen zwei bis drei Jahren hätten zudem immer weniger Kontrollen stattgefunden, so Böhm. So geht es nicht weiter, findet er. "Wir haben selbst Hütchen aufgestellt, damit Besucher sich nicht auf Plätze für Menschen mit Behinderung stellen", erklärt der Kletterwald-Betreiber. Der Effekt: gleich null. Gäste stellten die Pylonen einfach um und parkten trotzdem dort, wo es nicht erlaubt ist. An Pfingsten sei es besonders schlimm gewesen, so Böhm: "Autos standen überall im Wald und auf der Straße."

Wildparker und Parkgebühren-Preller sind an der Talsperre zweierlei Probleme. Zum Ersteren sagt die Pöhler Bürgermeisterin Daniela Hommel-Kreißl (FDP): "So was verstehe ich nicht. Es gibt genügend Parkplätze an der Pöhl." 4200 kostenpflichtige Abstellflächen sind es laut Talsperren-Zweckverband - ausreichend Platz, findet Martin Teyke, Bereichsleiter Naherholung und Tourismus im Verband. Auch dort kennt man das Wildparker-Problem: "Wir stellen sie leider in jedem Jahr vereinzelt fest", sagt Teyke. Vielleicht seien manche Menschen zu bequem, vermutet er, um auf einen anderen Platz auszuweichen. Manchen stellen sich dann in den Wald. Doch das sei gefährlich, warnt Hommel-Kreißl - gerade, wenn bei Hitze die Waldbrand-Warnstufen steigen.


Auch Altensalz kann ein Lied davon singen, dass Badegäste ihre Pkw immer wieder an den Rand der Dorfstraße und auf Gehwege stellen. Knöllchen in Höhe von 15 bis 30 Euro von der Gemeinde Neuensalz scheinen sie wenig zu beeindrucken. "Viele Leute wollen die Autotür aufmachen und gleich im Wasser sein", sagt Bürgermeisterin Carmen Künzel (parteilos). Es fehlten richtige Stellplätze - und nach wie vor ein Grundstück dafür. Eine Idee aus dem Gemeinderat, den etwa 500 Meter entfernten Parkplatz an der A 72 als Badeparkplatz auszuschildern, wurde verworfen: "Der Platz ist doch allen bekannt", so Künzel.

Was das zweite Problem angeht, die Parkgebühren-Preller, widerspricht die Pöhler Bürgermeisterin dem Kletterwald-Betreiber in einem Punkt: "Es gab viele Kontrollen", sagt sie. Unter die Kontrollen der Kommune fallen auch kostenpflichtige Stellplätze am Stausee. Letztes Jahr sei die Anzahl der Knöllchen explodiert: "Das Jahr mit den meisten Strafzetteln in meiner Amtszeit", so Hommel-Kreißl. Doch es gibt gleich zwei Haken daran. Haken eins: Mehr Knöllchen bedeuten nicht automatisch auch mehr Einnahmen für die Gemeinde. Nie sei genügend Geld hereingekommen, um das Personal, das Parksünder jagt, kostendeckend zu finanzieren, erklärt die Bürgermeisterin: "Wir sind immer im Minus." Viele Knöllchen-Empfänger protestieren und strengen Verfahren an, um nicht zahlen zu müssen, wie sie sagt: "So kommt es, dass die Kosten aus dem Ruder laufen."

Haken zwei: Früher habe der Talsperren-Zweckverband ihnen die Minus-Summe bezahlt, so die Gemeindechefin. Denn die Kommune kontrolliert ja, ob der Verband auch seine Einkünfte über die Parkgebühren bekommt. Die gehen wiederum ins Rasenmähen, Mülleimer-Leeren und mehr. "Verbands-Geschäftsführerin Mariechen Bang hat diesen Beschluss der Verbandsversammlung nicht mehr umgesetzt", so Hommel-Kreißl. Deshalb will sie dem Verband noch in diesem Sommer eine andere Lösung vorschlagen.

In Altensalz werden es Parksünder diesen Sommer aber schwerhaben. Carmen Künzel erklärt: "In den nächsten acht Wochen erneuert der Zweckverband Wasser und Abwasser Vogtland dort die Trinkwasserleitung." Wildes Parken ist dann an der Dorfstraße erst mal nicht mehr.

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