Wirbel um Kampfsport-Veranstaltung in Plauen

Zum dritten Mal findet am Samstag die Vogtländer Fightnight in Plauen statt. Der Veranstalter ist um ein sauberes Image bemüht.

Plauen.

Der Veranstalter der "Vogtländer Fightnight" hat kursierende Vorwürfe zurückgewiesen, mit dem Event Neonazis und Rechtsextremisten eine Plattform zu bieten. Die Kampfsportveranstaltung findet am kommenden Samstagabend zum dritten Mal in der Einheit-Arena an der Wieprechtstraße statt.

Die Wettkämpfe im Boxen, Kickboxen und Mixed Martial Art (MMA) zogen bei ihrer Premiere 2017 Veranstalterangaben zufolge zwischen 600 und 700 Zuschauer an. Im vorigen Jahr kamen 1300 Interessenten. Diese Zahl erwartet der Veranstalter, die Pantoneo-Sportmanagement GmbH, anhand des Kartenvorverkaufs auch für dieses Jahr, sagt Pantoneo-Geschäftsführer Stev Bacher.

Bereits bei der Ankündigung des diesjährigen Events hatte Pantoneo ein Statement für Respekt und Fairness mit veröffentlicht: "Wir distanzieren uns von Fremdenfeindlichkeit und jeglicher Art von Gewalt außerhalb des Rings. Deshalb: Kein Zutritt sämtlicher Symbole von Motorradclubs und Rechts- oder linksextremen Vereinigungen. Wir sind sportlich und neutral."

Im Beitrag eines Internet-Blogs, der rechtsextremistische Tendenzen der Kampfsportszene im Blick hat, wird das dagegen für ein "Lippenbekenntnis" gehalten: Mindestens drei bekannte Neonazis stünden auf der Kampfliste für den Abend in Plauen, heißt es dort. Von einem ist ein Foto zu sehen, das den Chemnitzer in einem T-Shirt der Partei Der Dritte Weg zeige. Ein anderer trage mit dem in altdeutscher Schrift gehaltenen Tattoo "Glaube Wille Tat" ein Bekenntnis zur Neonazi-Szene auf seinem Körper. In dem Internet-Eintrag heißt es weiter: "Würden die Veranstalter der ,Vogtländer Fightnight' ihr Statement gegen Fremdenfeindlichkeit ernst nehmen, müssten sie die drei erwähnten Kämpfer streichen."

Genau das ist geschehen, erklärt Bacher am Donnerstag auf Anfrage. Man sei dankbar für derartige Hinweise. Als Veranstalter sieht er selbst keine Möglichkeiten, die Kämpfer zu überprüfen. Die Vorhaltung des Lippenbekenntnisses weist er zurück: "Der Vorwurf ärgert mich sehr. Ich habe viele Jahre Integration gelebt", sagt er. Er sei lange Zeit Integrationsbeauftragter im Boxteam Oelsnitz gewesen, dessen Präsident er heute ist. Zudem seien am Samstag Kämpfer von acht Nationalitäten am Start. Zwei der drei im Internet Genannten hätten in der Tat zur Auswahl gestanden, seien aber nicht in die Kampfliste aufgenommen gewesen, sagt Bacher. Beim Dritten, der das Neonazi-Tattoo tragen soll, verzichte der Veranstalter auf den Start. Bacher: "Die Sponsoren haben eine Bestätigung erhalten von uns, dass die Genannten nicht antreten."

Bacher weiß um enge Bezüge der rechtsextremistischen Szene zum Kampfsport. Er sagt: "Damit wollen wir nichts zu tun haben. Wir wollen ein familientaugliches sportliches Event schaffen." Im ostsächsischen Ostritz war am vergangenen Wochenende eine Kampfsport-Veranstaltung gerichtlich verboten worden. Das Landesamt für Verfassungsschutz erklärte auf Anfrage der "Freien Presse", dass ihm keine Erkenntnisse vorliegen, wonach es sich in Plauen um eine von Rechtsextremisten organisierte Veranstaltung handeln würde: "Die Auswertung der offenen Quellen ergaben keinen Hinweis, die ein Tätigwerden des Verfassungsschutzes erfordern. Zu den öffentlich genannten Personen sind keine rechtsextremistischen Bezüge bekannt." Nicht auszuschließen sei, dass "kampfsportinteressierte Personen der rechtsextremistischen Szene die Kämpfe besuchen". Hinweise darauf gebe es bislang nicht. Bei der verbotenen Kampfsport-Veranstaltung in Ostritz habe es sich um eine von und für Rechtsextremisten organisierte Veranstaltung gehandelt.

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