Wo das Handwerkszeug der Mediziner gereinigt wird

Selten im Blick der Patienten, aber im Krankenhaus unverzichtbar: Klinikum gewährt Einblick in Sterilisation.

Rodewisch.

Für seine Besucher hat das Klinikum Obergöltzsch am Tag der offenen Tür 20 Tipps zur Gesunderhaltung des ganzen Körpers bereit gehalten. Denn immer mehr Menschen wollten Krankheiten vorbeugen, so die Erfahrungen der Mediziner des Rodewischer Kreiskrankenhauses.

Zur Eröffnung des Besuchertages am Samstag hatte sich ein großer Kreis an Interessenten zur Vorstellung der multimodalen Schmerztherapie eingefunden. Das neunköpfige Behandlungsteam stellte Methoden zur ganzheitlichen Behandlung chronischer Schmerzen vor. "Ganzheitlich bedeutet die Einstellung des Körpers nach physio- und ergotherapeutischen Gesichtspunkten. Auch die Psychologie des Patienten wird berücksichtigt", so Oberärztin Christine Müller. Die Methode wird seit April am Klinikum angeboten. "Ich bin sehr zufrieden. Seit Jahren leide ich unter Schmerzen. Bislang waren alle Behandlungen erfolglos. Jetzt geht es mir schon viel besser", sagte Inge Müller aus Plauen, zurzeit Patientin der multimodalen Schmerztherapie auf Station 4. "Im Moment halten wir acht Betten vor. Wenn wir uns etabliert haben, ist auch eine Erweiterung denkbar", machte Oberärztin Müller all jenen Mut, die sich an den Ständen beraten ließen. Eine Broschüre und Handzettel mit Empfehlungen wurden mitgegeben.

Mittlerweile herrschte überall im Haus Andrang. Erstmals durften die Besucher hinter die Türen der Zentralsterilisation im 2. Obergeschoss des Hauses schauen. Möglich waren nur Führungen in kleinen Gruppen und in steriler Kleidung. Die Räume muteten an wie eine hochmoderne Küche: In der Abteilung werden alle im Klinikum anfallenden Instrumente und Gerätschaften bei Temperaturen bis zu 93 Grad gereinigt und desinfiziert. Die Gesamtaufbereitungszeit des verunreinigten Materials beträgt vier Stunden. Zu versorgen hat die Mannschaft der Zentralsterilisation fünf OP-Säle und diverse Behandlungsstationen. Die Aufarbeitung unterliegt einer strengen Kontrolle und endet mit einer Zertifikation. "Der OP-Saal ist das Herz, wir sind die Schrittmacher", verbildlichte Joachim Schneider, Leiter Kontrolle, die Abstimmung zwischen den Abteilungen.

Vorgestellt wurden außerdem verschiedene Fachabteilungen des Klinikums: Junge Familien interessierten sich für das babyfreundliche Krankenhaus. Im Endoprothetikzentrum standen Rückenschmerz und Behandlung von Wirbelkörperfrakturen im Vordergrund.

Zur Auflockerung bot das Klinikum auf dem Vorplatz Imbiss und Getränke an. Musikalisch umrahmten das Bläserensemble der Klinik, der Kindergarten Rebesgrün und eine Zumba-Tanzgruppe den Tag der offenen Tür am kreiseigenen Klinikum in Rodewisch.

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