Breitband: Förderung auch für die Innenstädte

Projekt Vogtland-Nord: 22.000 Haushalte und 3400 Firmen profitieren

Reichenbach.

Gut 22.000 Haushalte und 3400 Firmen sollen mit dem Projekt Vogtland-Nord bis 2020 vom Breitband-Internet profitieren. Glasfaser bis ins Haus macht eine Datenübertragungsrate bis zu 1 Gigabit pro Sekunde im Download und bis zu 500 Megabit im Upload möglich. Beste Voraussetzungen für Video-Streaming, Gaming, Arbeiten von zu Hause, Virtual Reality, Telemedizin oder Smart-Home.

Ausdrücklich geht es bei dem Förderprojekt um die Erschließung von unterversorgten Gebieten, in denen der Eigenausbau durch den Netzbetreiber besonders unwirtschaftlich ist. Insofern leuchtet ein, wenn in Plauen und Reichenbach als größte Städte im Vogtlandkreis nur Teil- und Randgebiete in den Genuss der Förderung kommen. Dass in Auerbach, Rodewisch und Lengenfeld die kompletten Innenstädte über das Förderprogramm bezuschusst werden, verwundert auf den ersten Blick. "Die Deutsche Telekom hat sich an einer öffentlichen Ausschreibung beteiligt und sie gewonnen", teilte eine Konzernsprecherin knapp auf Anfrage der "Freien Presse" mit. Warum es in besagten Gebieten keinen Eigenausbau gab und inwiefern dort eine Wirtschaftlichkeitslücke besteht, ließ sie offen. Zu Details verwies sie an die Wirtschaftsförderung im Vogtlandkreis.

Laut Marion Päßler, Amtsleiterin für Wirtschaftsförderung, hatte kein Telekommunikationsanbieter die besagten Gebiete bis zum Beginn des Förderverfahrens erschlossen. Keiner habe eine Eigenausbauerklärung abgegeben. Der Versorgungsstand lag bei einer Geschwindigkeit von unter 30 MBit/s im Download. Die Gebiete galten somit als unterversorgt. Davon ausgehend und orientiert an den Wünschen der Kommunen habe man die Ausbaugebiete definiert. Die Wirtschaftlichkeitslücke werde "im Rahmen der EU-weiten Ausschreibung geprüft". In diesem Falle "durch ein technisches Büro sowie durch das Breitbandkompetenzzentrum Sachsen".

"Der Staat schließt die Wirtschaftlichkeitslücke nur, wenn Telekommunikationsunternehmen in den entsprechenden Gebieten nicht ausbauen, zum Beispiel weil es nicht lukrativ ist", erklärt Maria Müller, Pressereferentin der Sächsischen Staatskanzlei. Die Durchführung der Prozesse falle in die kommunale Selbstverwaltung. Die Überwachung erfolge hingegen "durch den Bund, da dieser der primäre Fördermittelgeber ist".

Das Projekt Vogtland-Nord kostet rund 26 Millionen Euro und wird komplett von der öffentlichen Hand finanziert. 50 Prozent kommen vom Bund, 40 Prozent vom Freistaat Sachsen, der auch die 10 Prozent der Kommunen übernehmen will.

www.freiepresse.de/vbreitband

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