Kunstfestival Ibug steigt im nächsten Jahr in Reichenbach

Internationale Künstler werden Industriebrachen mit Malerei, Graffiti und Installationen verzieren. Eines ist dabei aber noch offen.

Die 13. Ibug-Auflage fand in diesem Jahr in der ehemaligen Nadel- und Platinenfabrik in Chemnitz statt. Die Idee des Festivals ist es, solche Industriebrachen in Gesamtkunstwerke zu verwandeln. Beteiligt waren rund 130 Künstler aus 18 Ländern, darunter Eduardo Rios Ramirez (links) und Oscar Sandoval Garcia aus Mexiko.
Susann Richter alias Miezwars aus Leipzig sprühte 2017 beim Kunstprojekt "Lebens-Art" zum Tag der Architektur im Woba-Rohbau am Solbrigplatz in Reichenbach ein Werk in Schwarz-Weiß.

Für Sie berichtet: Gerd Betka

Gerade ist in Chemnitz das weltweit bekannte urbane Kunstfestival Ibug 2018 zu Ende gegangen, da richten sich die Blicke schon auf die nächste, die 14. Auflage: Sie findet im kommenden Jahr in Reichenbach im Vogtland statt.

Ibug steht für Industriebrachen-Umgestaltung. Das Festival gibt es seit 2006 jährlich in Westsachsen. Nach den Anfangsjahren in Meerane folgten Glauchau, Zwickau, Crimmitschau, Plauen, Limbach-Oberfrohna und Chemnitz. Die Macher, ein Team aus ehrenamtlichen Organisatoren und Helfern, suchen sich verfallene Industriebrachen, die dann von internationalen Künstlern mittels Malerei, Graffiti, Installationen und Multimediakunst umgestaltet werden. Das Ergebnis wird öffentlich Ende August/Anfang September präsentiert und mit Musik und Film untermalt.

"Im Juni vorigen Jahres sind wir zum Tag der Architektur schon mal in Reichenbach präsent gewesen. Im Kunstprojekt 'Lebens-Art' im Rohbau der Wohnungsbaugesellschaft am Solbrigplatz waren einige Ibug-Künstler aktiv. Da haben wir mal rangefühlt und die Augen offen gehalten. Dann fiel die Entscheidung, dass wir nächstes Jahr mit dem Festival nach Reichenbach kommen", erklärt Projektmanager Thomas Dietze. Das Ibug-Festival kehrt quasi zu seinen Wurzeln zurück: in kleinere Städte. "Der Reiz in einer Kleinstadt liegt darin, dass wir gewollt und gewünscht sind und uns die Nachbarn in der Regel sehr aufgeschlossen begegnen", so Dietze.

"Das ist eine super Sache", erklärt Oberbürgermeister Raphael Kürzinger (CDU). "Für unsere Stadt ist das die Chance, mit international bekannten Künstlern und Sprayern eine Woche lang großes Publikum anzuziehen." Man habe zwar schon viele große Veranstaltungen in der Stadt gehabt, aber Street-Art noch nicht. Deshalb freue er sich auf den nächsten Sommer. Die Stadt werde sich finanziell und bei Sicherungsmaßnahmen an den noch auszuwählenden Industriebrachen einbringen. Auch Kulturraum-Gelder seien beantragt worden.

"Wir freuen uns sehr und unterstützen das Ganze nach Kräften", sagt Severin Zähringer, Vorsitzender des Fördervereins Kunsthalle Vogtland aus Reichenbach. Einige der Künstler, die bei der Kunstaktion im Woba-Rohbau aktiv waren, habe er beim Ibug in Chemnitz wiedergesehen, darunter die "Gebrüder Onkel" alias Robby und Marcel Oertel aus Kuhschnappel, Miezwars alias Susann Richter aus Leipzig und die Künstlergruppe Papa Galosch. Parallel zum Festival in Reichenbach plane der Verein laut Zähringer im Foyer des Neuberinhauses eine Ausstellung mit Fotos des Ibug-Fotografen Gino Dambrowski aus Gera. "Und wir werden sehen, wie wir uns selbst betätigen können", fügt er hinzu.

In diesem Jahr beteiligten sich am Ibug-Festival in Chemnitz rund 130 Künstler aus 18 Ländern. 18.000 Besucher kamen - bei 9 Euro Eintritt, ermäßigt 5 Euro. "Es wird wieder so bunt, aber wahrscheinlich etwas kleiner", blickt Projektmanager Thomas Dietze auf 2019 voraus.

Gerne biete man das Festival auch lokalen Künstlern aus dem Vogtland als Plattform an, die Lust haben, mit der Architektur und der Geschichte des Ortes zu spielen und über den Tellerrand zu schauen. "Bis Januar nehmen wir auf unserer Internetseite Bewerbungen entgegen. Interessenten sollten sich kurz vorstellen und ein paar Fotos von ihren Arbeiten dazupacken", rät Dietze.

Eines ist indes noch offen: der Veranstaltungsort. Er wird erst zu einem späteren Zeitpunkt benannt.www.ibug-art.de

0Kommentare Kommentar schreiben