Zeitungen vervollständigen Sammlung

Tausende Zeitungen ruhen bereits im Museumsarchiv in Lengenfeld. Neue alte Exemplare kamen dazu. Nun wartet viel Arbeit auf den Museumsleiter.

Lengenfeld.

Museumsleiter Michael Heuck weiß nicht, wie viele historische Zeitungen in 14 Kartons im Lengenfelder Museums lagern: Er hatte noch keine Zeit, sie zu zählen. Auf jeden Fall kamen kürzlich rund 250 neue Exemplare hinzu. Ein Lengenfelder spendete seinen Dachbodenfund dem Museum. Es handelt sich um Ausgaben der "Lengenfelder Nachrichten" aus den Jahren 1898 bis 1942 sowie einige Exemplare des "Zwickauer Tageblattes" und der "Vogtländischen Nachrichten".

Der Museumschef hat die neuen und die schon vorhandenen Zeitungen sortiert: "Leider ist der Altbestand in einem schlechten Zustand. Soweit ich das weiß, haben die Zeitungen, die damals in einem Gebäude am heutigen Tischendorfplatz gelagert waren, beim Bombenangriff am 17. April 1945 einiges abbekommen."

Dank der Schenkung verfügt das Museum jetzt über einige komplette Jahrgänge der "Lengenfelder Nachrichten", so unter anderem aus den Jahren 1924 bis 1926. Heuck, der sich mit dem Zeitungswesen der Stadt beschäftigt hat, fand heraus, dass es zeitweise zwei Zeitungen in Lengenfeld gab. Unter anderem erschien ein "Lengenfelder Tageblatt" zwischen 1911 und 1922, wurde dann aber während der Inflation wieder eingestellt.

Heuk: "Diese Zeitungen sind natürlich eine riesige Fundgrube für alle Menschen, die sich entweder beruflich oder privat für Geschichte interessieren." Auch wenn das Sortieren von historischen Zeitungen eher zur Archivarbeit zähle, als zur Museumsarbeit, ist Heuck dieses Thema wichtig: "Die Zeitungen sind eng verbunden mit der Stadtgeschichte."

Die Schenkung sieht Heuck als Glücksfall, "weil bisher kein einziger Jahrgang komplett vorhanden war". Der Museumsleiter schätzt, dass etwa um 1885 die ersten "Lengenfelder Nachrichten" erschienen. "Das älteste Zeitungsexemplar, das wir im Museum haben, stammt aus dem Jahr 1886." Bis Kriegsende seien die Lengenfelder Nachrichten erst dreimal wöchentlich und später täglich erschienen. Die erste Lengenfelder Zeitung überhaupt war das 1864 erschienene Wochenblatt.

Beim Sortieren schaute Heuck auch auf den Inhalt: "Der Aufbau war immer ähnlich. Auf der Titelseite standen zuerst die amtlichen Bekanntmachungen, dann Nachrichten aus dem Königreich. Ganz unten ein paar regionale Informationen." Während der Kriegszeiten veröffentlichte die Zeitung die Namen der Gefallenen, manchmal eine Seite voll, gefolgt von alltäglichen Dingen, einem entlaufenen Schäferhund, zu verkaufenden Junghühnern, einem Beitrag über Hilfe bei Läusebefall, das Kinoprogramm. Heuck: "Ich habe beim Sortieren auch viel über Lengenfeld erfahren."

Auch Ortschronist Peter Burkhardt aus Irfersgrün, der kürzlich im Museum vorbeischaute, fielen die alten Zeitungen sofort ins Auge. Sein Interesse war geweckt. Beim Blättern kam den Männer eine Idee, wie man die Lengenfelder dafür begeistern könnte: mit einem Vortrag über das Leben in Lengenfeld im Jahr 1918, so ihre Überlegungen. Dieser Jahrgang sei komplett. Also müssten sich die Ereignisse in der Stadt gut rekonstruieren lassen.

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