Ziel: Rückkehr zum normalen Schulbetrieb

Der mutmaßliche Erpresser ist festgesetzt, aber noch gibt es viele Fragen zu den Vorgängen am Gymnasium Auerbach. Antworten könnte ein Besuch des Kultusministers bringen.

Auerbach/Zwickau.

Der 15-jährige mutmaßliche Erpresser des Goethe-Gymnasiums Auerbach wird in einer Jugendeinrichtung untergebracht. Das hat der Haftrichter am Amtsgericht Zwickau am Samstagmittag angeordnet. Die Entscheidung sei auf Grundlage des Jugendstrafrechts erfolgt, dessen Hauptziele Erziehung und Resozialisierung sind, wurde mitgeteilt. Eine Sonderkommission ermittelt weiter, damit der Fall vor Gericht gebracht werden kann.

Der Jugendliche war am Freitagabend in Auerbach festgenommen worden, ihm wird räuberische Erpressung vorgeworfen. Zuletzt gab es eine Geldforderung über 10.000 Euro an die Polizei. Nach Ablauf des Ultimatums am Freitag, 18 Uhr war per Internet eine neue Amokdrohung verbreitet worden, kurz darauf schlugen die Ermittler zu und nahmen den 15-Jährigen fest.

In Auerbach wurde die Festnahme des mutmaßlichen Erpressers mit Erleichterung aufgenommen. "Natürlich sind wir froh, dass die Ermittlungen Erfolg hatten. Damit kann ab Montag am Goethe-Gymnasium versucht werden, langsam wieder zu einem normalen Schulbetrieb zurückzukehren", sagte Knut Kirsten, Fachbereichsleiter Schulen und Soziales in der Stadtverwaltung Auerbach.

Im Gespräch mit der "Freien Presse" sagte er gestern an, dass die Stadt bereits aktiv geworden sei, um begleitend zum Schulbetrieb Schülern und Lehrern Angebote unterbreiten zu können, damit diese die Geschehnisse der letzten Wochen verarbeiten können. "In Zusammenarbeit mit dem Vogtlandkreis und der Diakonie Auerbach wollen wir an der Schule eine schulpsychologische Beratung installieren. Nicht nur jetzt und kurzfristig, sondern als langfristiges Angebot", sagte Kirsten. Er gehe davon aus, dass das Angebot nach den noch ausstehenden Absprachen schon in den nächsten Tagen unterbreitet werden könne.

Die Schulleitung des Goethe-Gymnasium setzt bei der Information der Eltern und Schüler vorerst weiter auf die Homepage der Schule. Danach soll am Auerbacher Gymnasium heute planmäßiger Unterricht stattfinden. Bereits am Freitagabend, nach Bekanntwerden der Festnahme des mutmaßlichen Erpressers, war angekündigt worden, dass ab heute an der Schule ein Kommunikationsteam der Polizei sowie Schulpsychologen anwesend sein werden. "Darüber hinaus hat es zur aktuellen Situation an unserer Schule ein intensives Gespräch zwischen der Schulleitung und Vertretern der Polizeidirektion Zwickau gegeben", heißt es weiter.

Erleichtert über das Ende der Erpressung und die erfolgreiche Arbeit der Polizei zeigte sich auch Sören Voigt, CDU-Landtagsabgeordneter der Region und selbst Vater eines Schülers am Gymnasium. "Die Ermittlungsbehörden haben über Wochen intensiv an dem Fall gearbeitet, auch Spezialkräfte des Landeskriminalamtes haben mitgewirkt", lobt Voigt die Arbeit der Polizei.

Er verwies darauf, dass es jetzt darauf ankommen werde, welche Schlussfolgerungen aus den Ereignissen um die Erpressung gezogen werden, die eine Vorgeschichte habe. "Eltern und Schülern muss die Unsicherheit genommen werden", sagte Voigt. Aus seiner Sicht beinhalte dies, dass auch Schulleitung und Lehrerschaft die Ereignisse reflektierten. Erwartungen in dieser Hinsicht setzt Sören Voigt auf ein bereits geplantes Gespräch mit Sachsens Kultusminister Christian Piwarz (CDU) an der Schule, dessen Termin allerdings noch nicht feststeht.

Bewertung des Artikels: Ø 5 Sterne bei 1 Bewertung
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...