Zweitbester Lateinschüler Sachsens kommt aus Falkenstein

Luca Sternkopf war bei einem Wettbewerb erfolgreich. Der 16-Jährige gilt als hochbegabt. Eine Krankheit hat ihn aber in der Entwicklung gebremst.

Falkenstein.

Einmal Quizz-Weltmeister werden. Das steht auf der Wunschliste von Luca Sternkopf ganz oben. Das Zeug dazu hat der 16-Jährige aus Falkenstein zweifellos. Im Gespräch zählt er die Namen griechischer und römischer Schriftsteller und deren Werke samt kurzer Inhaltsangabe auf wie Gleichaltrige die Namen ihrer Mitschüler. Das kommt nicht von Ungefähr. Luca liebt Sprachen und speziell Latein. Wie gut er es beherrscht, hat er jetzt mit einem 2. Preis im Bundesfremdsprachenwettbewerb 2018 auf sächsischer Landesebene bewiesen.

Die Urkunde bescheinigt ihm eine sehr gute Leistung. Das bedeutet, dass er im Wettbewerb zwischen 85 und 90 Prozent der geforderten Leistung abgeliefert hat. Für die höchste Stufe "hervorragend" hätte er 90 Prozent und mehr erreichen müssen. Der Test bestand aus zwei Teilen. Der erste ist eine Art Hausarbeit. Luca hat dafür ein Video in lateinischer Sprache gedreht. "Den Text dazu hat er selbst geschrieben", sagt seine Mutter Doreen. Das sei etwas Besonderes, weil im Latein-Unterricht an Gymnasien heute nur noch übersetzt wird. Luca Sternkopf besucht am Auerbacher Goethe-Gymnasium die 10. Klasse. Der zweite Wettbewerbsteil bestand aus einer vierstündigen Prüfungsarbeit, die er im Januar am Gymnasium geschrieben hat. Neben einer Übersetzung waren dort Grammatik-Kenntnisse und Spezialwissen zu bestimmten Themen aus der Antike gefragt.

Luca Sternkopf hat eine Begabung für Sprachen. Lesen konnte er mit vier Jahren wie ein Zweitklässler, mit Fünf hat er angefangen, sich mit Englisch zu beschäftigen, sagt Doreen Sternkopf. "Ich liebe Latein, auch die Gedankenwelt, in der die römischen Historiker und Schriftsteller geschrieben haben", so der 16-Jährige. Für die Sprache und deren Grammatik habe er von klein auf ein Gefühl entwickelt.

Der Wissensdrang ihres Sohnes hat für die Mutter etwas Faustisches. Ähnlich der Figur aus Goethes Werk möchte Luca alles wissen. Deshalb sei das Lesen sein ein und alles. Wie viele Bücher er zuhause hat, darüber hat er längst den Überblick verloren. Neben der "Germania" des römischen Historikers Tacitus stehen dort auch Bücher des im März verstorbenen britischen Wissenschaftlers Stephen Hawking. Denn er interessiert sich auch für Physik, Astronomie, Biologie und Medizin.

Im nächsten Jahr möchte Luca wieder an dem Wettbewerb teilnehmen. Seiner Klassenstufe entsprechend in zwei Sprachen. Der Falkensteiner überlegt noch, ob der die Kombination Latein/Englisch oder Latein/Altgriechisch wählt.

Luca Sternkopf galt bereits im Kindesalter als hochbegabt. Wie seine Mutter berichtet, hätte ihn sein Wissen auf das Sächsische Landesgymnasium für Hochbegabtenförderung St. Afra in Meißen führen sollen. Eine Leukämie-Erkrankung im Alter von sieben bis elf Jahren machte dem aber einen Strich durch die Rechnung. Während die Chemotherapien am Körper des einst sportlichen Jugendlichen ihre Spuren hinterlassen haben, ist sein Geist hell wach. "Er hat eben seine Ticks", sagt seine Mutter liebevoll zu den Interessen ihres Sohnes.

Dazu gehört auch, dass er alte Sprachen studieren möchte, vielleicht in Halle, Leipzig oder Dresden. Es kann aber auch Archäologie werden, denn Luca Sternkopf interessiert sich nicht nur für die Antike, sondern auch für die Bronzezeit oder die 20er und 30er Jahre des vergangenen Jahrhunderts.

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