Zwergrassen sind der letzte Schrei

Die Züchter in Rothenkirchen lieben kleine Hühner. Das hat viele gute Gründe. Der Platzbedarf ist nur einer davon.

Rothenkirchen.

Zwerge sind beim Geflügel- und Kleintierzüchterverein Rothenkirchen äußerst beliebt: Zwergvorwerkhühner, Zwerglachshühner, Zwergwyandotten - insgesamt sechs Zwergrassen waren am Wochenende zur Kleintierschau ausgestellt. "Vielen Ausstellern gefallen die kleinen Rassen. Sie brauchen weniger Platz als die großen Rassen und legen vergleichsweise viele Eier, die manchmal gar nicht so viel kleiner sind, als die Eier großer Hühner", begründet Vereinschef Michael Vogel den Trend.

Bis zu 400 Besucher verzeichnet die Schau jedes Jahr, so auch am Wochenende. Im Ort verhält es sich laut Vereinsvorsitzenden noch so, dass krähende Hähne und Dorfbewohner gut miteinander auskommen sowie die Tierhaltung einen festen Platz im Dorfalltag hat.

Das bestätigt auch der 17-jährige Jungzüchter Paul Strobelt, der mit seiner Kaninchenrasse Lothringer kastanienbraun das Siegertier stellte. Und das, obwohl er die Rasse erst seit kurzem züchtet und sich dieses Jahr damit das erste Mal an einer Ausstellung beteiligte. "Auf der Lipsia in Leipzig habe ich voriges Jahr diese Rasse entdeckt. Sie hat mir sofort gefallen. Also habe ich mir unter anderem auf der Bundesrammlerschau von einem erfolgreichen Züchter Tiere gekauft. Ich wollte die Zucht mit hochwertigen Tieren beginnen, um gleich mit einer guten Nachzucht zu starten", berichtet der jungen Mann. Paul Strobelt sagt außerdem: "Auf dem Dorf findet es niemand ungewöhnlich, wenn ich als junger Mensch Kaninchen züchte. Das machen hier viele."

So mancher Tierhalter ist nicht Mitglied im Verein, findet aber das, was die Männer und Frauen dort machen, klasse. So auch Sigrid Wendler, die mit ihren Enkelkindern die Schau besuchte. "Ich wohne hier gleich nebenan. Ich bin kein Vereinsmitglied, halte aber auch Rassehühner. Zur Schau komme ich jedes Mal. Ich bin ein absoluter Hühnerfan. Wenn wir dann einmal hier sind, schauen wir uns natürlich alle Tiere an", sagt die Rothenkirchnerin.

Mit seinen 26 Mitgliedern ist der Kleintierzüchterverein gut aufgestellt. Er gehört zu den wenigen kleinen Vereinen, die es immer noch aus eigener Kraft schaffen, eine Schau zu organisieren. Auch wenn dieses Jahr nur 118 Tiere ausgestellt waren - und damit gut 50 Tiere weniger als in anderen Jahren - ist Michael Vogel zufrieden. Das letzte Jahr sei für manchen Züchter nicht optimal gelaufen. Die Kaninchen seien wegen des kalten Frühjahrs erst spät in Fortpflanzungslaune gekommen, entsprechend wenige Jungtiere sind die Folge, berichtet Vogel. "Ich hatte im April die ersten jungen Kaninchen im Stall. Es ist dann auch bei diesem einen Wurf geblieben", so Vereinschef. Zwei, manchmal drei Würfe seien die Regel. "Aber vielleicht wird es dieses Jahr besser. Das milde Wetter kommt uns Züchtern jedenfalls entgegen. Mancher hat schon den ersten Wurf Jungkaninchen zu Hause", berichtet Vogel vom verheißungsvollen Start der Saison.

Dass die Kaninchen schon den Frühling in der Nase haben, war auch auf der Ausstellung zu spüren. "Manche Häsinnen sind paarungsbereit. Die kann man zu Hause gleich mit dem Rammler zusammentun", hat Michael Vogel beobachtet.

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