Abrisspläne stoßen auch auf Protest

Adorfs Rat entscheidet am Montag zu Becker-Haus

Adorf.

Am Montag entscheidet der Adorfer Stadtrat über den Abriss des denkmalgeschützten Hauses Markt 17. Das Geburtshaus des Komponisten Reinhold Becker und Domizil der bekannten Orgelbauerfamilie Trampeli ist seit dem Einsturz einer tragenden Wand im Keller in einem noch prekäreren Zustand. Der Technische Ausschuss des Stadtrates hat den Abbruch, dem die Denkmalbehörde noch zustimmen muss, mehrheitlich empfohlen. "Die Zeit hat uns ein Bein gestellt. Vor zehn, 15 Jahren hätten wir vielleicht was machen können. Bei unseren Prioritäten jetzt wird es nicht gehen", meinte Toni Walda (Die Linke). "So, wie es jetzt dasteht, ist es ein Schandfleck - so ehrlich muss man es sagen", schätzte SPD-Fraktionschef Jens Puggel ein.

Aber es gab auch Widerspruch. "Es ist schon ein Stück altes Adorf. Ich bin gegen den Abriss, ich will es so nicht", sagte Vizebürgermeister Günter Glaß (CDU). Er sparte nicht mit Selbstkritik. "Ich mache mir selbst Vorwürfe, dass wir es hinausgeschoben haben. Jetzt ist die Lage natürlich äußerst prekär. Schon vor 1990 hat es keiner angepackt", so Glaß. Günther Fritsch, beratender Bürger im Ausschuss, erinnerte daran, unter welch großen Mühen in der DDR das Haus eines Dach erhielt - was nicht jedem Adorfer schmeckte, weil Wohnraum andernorts verlotterte. "Ich würde mich freuen, wenn das Haus stehen bleibt - und ich werde mich bei der Denkmalbehörde für die Erhaltung einsetzen", kündigte der Architekt an. (hagr)

Der Stadtratvon Adorf tagt am Montag, 19 Uhr öffentlich im Rathaus. Neben dem Abriss des Reinhold-Becker-Hauses geht es um die Sanierung der Turnvater-Jahn-Halle.

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