Adorf: Projekt mit TU München geht online

Die Stadt Adorf hält am Kooperationsvorhaben zu Leerstand und Stadtentwicklung fest, allerdings unter neuen Vorzeichen.

Im Rahmen des Seminars "Leerstand und Stadtentwicklung in Adorf neu gedacht" hätte eigentlich in diesen Tagen die Stadt Besuch von der TU München haben sollen. Professor Florian Nagler wollte mit mehreren Studenten zu einer mehrtägigen Exkursion ins Vogtland kommen. Die Corona-Pandemie hat dies unmöglich gemacht.

"In ungewöhnlichen Zeiten müssen wir neue und ungewöhnliche Wege gehen", umschrieb Adorfs Bürgermeister Rico Schmidt (SPD) den Umstand, dass das für das Sommersemester konzipierte Kooperationsprojekt mit der Technischen Universität München nun nicht im geplanten Rahmen stattfinden kann.

Das gesamte Seminar wird aber nach seinen Informationen nun als Online-Veranstaltung angeboten. Dazu haben sich auch die Verantwortlichen in Adorf etwas Innovatives einfallen lassen, um den Dialog der Studierenden mit der Bevölkerung zu ermöglichen.

"Uns ist es wichtig, dass sich die Einwohner in die Entwürfe der Studierenden mit einbringen können. Deshalb wollen wir zusammen mit unserem Partner Südwestsachsen Digital ab Mai eine Online-Bürgersprechstunde einrichten" erläuterte Schmidt. Nicht nur die Transparenz von Projekten und Entscheidungen sei für ihn wichtig, wenn es um die Gestaltung der Innenstadt gehe, sondern auch die Ideen der Bürgerinnen und Bürger.

Auf der Online-Plattform sollen sich bis zu 1000 Adorfer Bürgerinnen und Bürger einwählen können, um Fragen zu stellen, die Ideen der Studierenden nachzuverfolgen oder Hilfen für die Entwürfe anzubieten.

Die Ziele des Vereins Südwestsachsen Digital und deren Know-how passen dabei nach Schmidts Worten sehr gut zum Konzept einer Demografiewerkstatt Kommunen (DWK), bei dem Adorf seit 2016 mit Bundesförderung dabei ist.

"Um die Wettbewerbsfähigkeit und die Lebensqualität im Oberen Vogtland zu sichern und auszubauen, müssen wir auch die Potenziale im digitalen Bereich besser nutzen", meinte auch Norbert Eder, der Geschäftsführer von Südwestsachsen Digital. Er begrüßte die Adorfer Initiative und bot seine Unterstützung beim Aufbau von Kooperationsnetzwerken an. Das Beteiligungsverfahren werde keine speziellen Computerkenntnisse erfordern, jeder Adorfer Einwohner solle mit seinem Handy oder seinem Heimcomputer teilnehmen können. Derzeit laufen die Abstimmungen mit der TU München, Südwestsachsen Digital und den Studenten, die das Angebot freiwillig außerhalb des regulären Seminarbetriebs unterstützen müssen.

Es ist geplant, dass die aufgezeichneten Online-Gespräche auch auf der Internetseite der Stadt und im JuNet 2.0 veröffentlicht werden, damit diejenigen, die an den Terminen keine Zeit haben, sich zeitversetzt in den Dialog einbringen können. Sobald die genauen Zeiten und Zugangsregularien feststehen, will die Stadt diese veröffentlichen.

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