Ärger um Lärm: Gemeinde sperrt Jugendclub in Triebel zu

Nach Beschwerden über Krach und Müll bleibt der Treffpunkt vorerst zu. Die Bürgermeisterin tauscht das Schloss. Ein Gespräch mit Jugendlichen soll Klärung bringen.

Triebel.

Mit dem Beginn der Sommerferien bleibt der Jugendclub in Triebel verschlossen. "Das tut uns leid, aber es ging nicht mehr anders. Wir mussten die Reißleine ziehen. Das Thema ist sehr ernst", sagt Bürgermeisterin Ilona Groß (parteilos). Nachdem es bereits Kritik wegen Lärms gegeben hatte und laut Groß auch die Polizei vor Ort war, brachte das Wochenende 11./12. Juli die Entscheidung. "Es gab mehrere Beschwerden. Die Regeln und Vorgaben der Gemeinde wurde in keiner Weise eingehalten. Spätestens ab 2 Uhr hat kein Krach mehr zu sein. Es ging bis 4 Uhr. Die Sauberkeit ist nicht gewährleistet", sagt Groß - noch fünf Tage nach dem Wochenende hätte es vermüllt ausgesehen.

Die Bürgermeisterin verständigte sich mit der Clubleiterin. "Aber die Fristen, gerade zur Reinigung, wurden nicht eingehalten. Alle Gespräche haben nicht gefruchtet. Wir können als Gemeinde und Vermieter nicht mehr verantworten, was da drin abgeht. Zumal auch das äußere Umfeld leidet", verweist die Bürgermeisterin auf die zentrale Lage des Jugendclubs und öffentlich zugängliche Bereiche in der Nachbarschaft.

Die Gemeinde hat nunmehr Tatsachen geschaffen. Am 17. Juli wurde das bisherige Schloss des Jugendclubs ausgebaut und ein neues eingesetzt. Bisher hatten drei Jugendliche aus Triebel die Schlüsselgewalt - und die Vorgabe war, dass bei Benutzung des Clubs immer einer der Verantwortlichen vor Ort ist. Auch in Triebel war davon die Rede, dass sich im Treff Auswärtige einfinden. Ganz gleich, sagt Groß: Die Triebeler hätten dafür zu sorgen, dass es im Club und um ihn herum geregelt zugeht. Sie sieht dabei bei Minderjährigen durchaus auch die Eltern in der Pflicht, auf ihre Sprösslinge und deren Verhalten einzuwirken.

Wie lange der Triebeler Jugendclub zu bleibt, darauf wollte sich Ilona Groß vorerst aber nicht festlegen. "Die Schließzeit liegt am Engagement der Jugendlichen", setzt das ehrenamtliche Gemeindeoberhaupt auf das bevorstehende Gespräch mit dem Clubrat, welches voraussichtlich am kommenden Wochenende stattfinden soll. Dann soll es auch darum gehen, dass das Coronavirus auch bei rückläufigen Infektionszahlen keineswegs aus der Welt sei. Die Bürgermeisterin will das Gespräch mit den Jugendlichen nutzen, um die aktuellen Hygienevorschriften zu erklären. "Wir wollen als Triebel keinen Hotspot schaffen, dem mir nicht mehr Herr werden. In dem Jugendclub können keine 25 Mann drin sein. Das gibt der Raum schon nicht her", sagt Groß. Nach ihren Worten spielte der Ärger mit dem Jugendclub auch in den Debatten des Gemeinderates eine Rolle.

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