Afrika-Helfer sprüht vor neuen Ideen

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Bernd Weißbach hat bei der Wahl zum Vogtländer des Jahres 2020 Platz 2 belegt. Er ist ein Motor der Kinderhilfe Westafrika, die seit 20 Jahren für Zukunft vor Ort eintritt.

Oelsnitz.

Hilfe in Afrika kann so und so aussehen: Vom Schreibtisch aus in Gönnermanier Geld verteilen und sich dann nicht weiter kümmern, oder vor Ort punktgenau so ansetzen, dass sich Menschen mit der Unterstützung später den Lebensunterhalt für sich sowie ihre Familien sichern können. Für letzteres Modell steht seit 20 Jahren die Kinderhilfe Westafrika. Der Ansatz hat auch die Leser der "Freien Presse" und die Ehrenjury überzeugt: Bernd Weißbach, Vorstandsmitglied und Lagerverwalter des Hilfsvereins, ist bei der Kür der Vogtländer des Jahres 2020 auf Rang 2 gekommen.

Den Preis dafür nahm der 77-Jährige im Spendenlager, dem früheren E-Werk an der Oelsnitzer Schillerstraße, entgegen. Ein Preis stellvertretend für all die, die mit gespendeten Gütern die Hilfe vor Ort unterstützen. Viele Vogtländer haben das getan, und einige haben auch ein Patenkind in Westafrika, das sie mit einem Beitrag von gut 30 Euro pro Monat unterstützen. Lächelnd zeigt Bernd Weißbach die Bilder fünf junger Mädchen: Seine Patenkinder, die mit vogtländischer Unterstützung ihre Ausbildung absolvieren konnten. "Die Auszeichnung gebührt auch allen Vogtländern, die uns seit Jahren unterstützen", sagt Weißbach zur Vogtländer-Wahl 2020.

Im Helfer-Alltag gehört dabei auch der enge Draht mit drei weiteren Hilfsorganisationen dazu, mit Austausch und Nutzung der Lagerkapazitäten der Kinderhilfe. Enge Verbindungen gibt es zu Amali in Grünbach, Help for the needy in Klingenthal und der Entwicklungshilfe Afrika, die eine Basis in Oelsnitz hat. So konnte für Help for the needy ein Container mit Hilfsgütern auf den Weg geschickt werden. Nach dreieinhalb Jahren Kampf, sagt Weißbach. Langes Warten ist der Verein gewohnt. Der aktuelle, in November verschiffte Container nach Burkina Faso konnte etwa noch nicht entladen werden.

Sich lange ärgern, wo es wieder hängt, ist nicht Bernd Weißbachs Ding. Der agile Lagerverwalter baut lieber. Über des Jahreswechsel hat er ein weiteres Podest gezimmert. "Da haben 100 Nähmaschinen Platz", sagt er über ein häufiges Spenden-Gut und streicht über einen "Neuzugang" heimischer Herkunft. Eine alte Nähmaschine, an der sich der Holzwurm gütlich getan hat, trägt den Namen von Mechaniker und Maschinenbauer Gustav Dietzsch, der an der Schleizer Straße in Oelsnitz saß. Drei Räume entfernt von den alten Maschinen hat Weißbach in Eigenleistung ein Computernetzwerk mit mehreren Arbeitsplätzen geschaffen. Hier könnten Schulungen stattfinden, wie die nach Afrika geschickten Solaranlagen installiert werden, schwebt ihm vor.

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