Akkordeonwettbewerb: Suche nach passenden Räumlichkeiten

Seit 1963 ist Klingenthal jährlich Gastgeber für die besten Akkordeonspieler der Welt. Das geht nicht ohne Veränderungen. Auch für 2020 zeichnen sich welche ab.

Klingenthal.

Der derzeit laufende Anbau einer Oberschule an das Klingenthaler Schulzentrum am Amtsberg hat auch Auswirkungen auf den Internationalen Akkordeonwettbewerb 2020. Es fehlen die Einspielräume für die Wettbewerbsteilnehmer und auch die Aula wird nur an zwei Tagen genutzt werden können - beim Finale der Virtuosen Unterhaltungsmusik sowie dem Finale der Solisten und dem anschließenden Preisträgerkonzert. "Wir werden einiges mehr in den Gliersaal verlegen, und die bereits für 2019 angefragten Räume der Landeskirche nutzen müssen", schaut Organisationschef Jörg Künzl voraus.

Klingenthal hat, wie andere internationale Wettbewerbe auch, mit Stagnation und sogar Rückgang der Teilnehmerzahlen zu kämpfen. Die Gründe dafür sind vielschichtig. Zum einen verzeichnen die Akkordeonlehrer generell einen Rückgang der Schülerzahlen und die Bereitschaft, mehr zu tun als der Durchschnitt - zum anderen gibt es ein großes Angebot an Wettbewerben, die finanziell oft wesentlich lukrativer sind als der Klingenthaler, zumal in Deutschland noch 20 Prozent Steuern abgezogen werden.

Das war laut Künzl jüngst auch Thema in der Wettbewerbskommission. So regte dort Professor Stefan Hussong als Juryvorsitzender an, das Preisgeld für die Solisten-Kategorie von derzeit 3500 auf 5000 Euro anzuheben. International werden bis 9000 Euro Siegprämie gezahlt. Das entspricht in etwa einem Weltcup-Sieg im Skispringen. Dort gibt es für einen Sieg 10.000 Schweizer Franken, selbst für Platz zehn bekommt man noch 2600 Franken.

Eine weitere Möglichkeit für eine höhere Attraktivität des Klingenthaler Wettbewerbs wird in Sonderpreisen für Konzertauftritte im Ausland gesehen. Nach den Worten von Künzl wolle man dazu dabei bei Professor Hussong nachfragen, wie dieser Status aktuell auf internationaler Ebene gehandhabt wird.

Was die Zusammenarbeit des Fördervereins für die Internationalen Akkordeonwettbewerbe mit der Klingenthaler Weltmeister Akkordeon Manufaktur betrifft, so hat man bislang - trotz diverser Angebote - noch nicht zusammen gefunden. Wenn am 18. November die Manufaktur ein neues Instrument vorstellt, will Jörg Künzl erneut das Gespräch suchen.

Ähnlich wie beim Internationalen Akkordeonwettbewerb wird auch für den seit 1973 bestehenden Nachwuchswettbewerb "Kleine Tage der Harmonika" nach Möglichkeiten gesucht, die Teilnehmerzahlen zu stabilisieren und wieder anzuheben. Für 2020 gibt es für den Nachwuchswettbewerb erstmals eine Ausschreibung über den bisherigen Rahmen der Euregio Egrensis hinaus, und zwar sowohl auf deutscher Seite mit Unterstützung des Deutschen Harmonikaverbandes für alle Bundesländer und Freien Hansestädte sowie für die gesamte Tschechische Republik. Davon verspricht man sich in Klingenthal auch Möglichkeiten einer besseren Finanzierung über den Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds und der Landesdirektion Chemnitz.

Termine: Die Kleinen Tage der Harmonika finden am 29. Februar/1. März 2020 statt, der Internationale Akkordeonwettbewerb vom 3. bis 9. Mai 2020.

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