Alte Glocken schweben vom Kirchturm

Ein historischer Moment gestern in Schöneck: Das Projekt neues Geläut wurde sichtbar auf den Weg gebracht. Was den bekannten Künstler Peter Luban mit den neuen Glocken verbindet.

Schöneck.

An der St. Georg-Kirche in Schöneck herrschte gestern Betrieb. Mitglieder der Kirchgemeinde, Bürger der Stadt und Schüler des Evangelischen Schulzentrums Oberes Vogtland ließen sich den historischen Moment nicht entgehen. Per Kran wurden die ersten beiden fast 100 Jahre alten Glocken vom Kirchturm geholt und neben dem Gotteshaus platziert.

Am Haken des Kranes schwebten die kleine Glocke (500 Kilogramm) und danach die mittlere Glocke (900 Kilogramm) durch die Luft und wurden behutsam abgesetzt. Die große Glocke (1900 Kilogramm) befindet sich noch im Kirchturm und wird erst am Freitag kommender Woche ausgebaut. "Dafür sind noch Vorarbeiten notwendig. Die fast zwei Tonnen schwere Glocke muss noch fünf Meter nach oben gezogen werden", sagte Stefan Katz vom Kirchenvorstand, der die Arbeiten begleitet. Danach können die Zimmerleute mit der Sanierung des Turms und Glockenstuhls beginnen.

Die drei Glocken aus Klangstahl bleiben aber nicht an der St. Georg-Kirche stehen. Sie werden nach dem Ausbau der großen Glocke alle zum Friedhof in Schöneck gebracht. Dort soll im nächsten Jahr ein Gedenkplatz entstehen. Denn die am 19. Dezember 1920 geweihten Glocken haben für die Kirchgemeinde und die Stadt Schöneck eine große Bedeutung und sollen erhalten bleiben. Sie stammen von der Firma Schilling & Lattermann aus Apolda. Deren Vorgänger, ein bronzenes Geläut, versah seinen Dienst bis zum Kriegsjahr 1917. Nach Information der Kirchgemeinde mussten die große und mittlere Glocke am 3. Juli 1917 abgegeben werden und wurden auf dem Turm zerschlagen. Die kleine Glocke blieb den Schöneckern erhalten und wurde nach dem Eintreffen des neuen Geläuts verkauft.

Für die Kirchgemeinde St. Georg sind die Sanierungsarbeiten und die Anschaffung der Glocken ein Kraftakt. Doch die Arbeiten sind dringend notwendig. Aus Sicherheitsgründen konnte bereits seit 2012 die große Glocke nicht mehr geläutet werden. Rund 200.000 Euro sind für die Glocken mit Sanierungsarbeiten notwendig. Bisher wurden rund 75.000 Euro an Spenden gesammelt. Über die Stadt wurden für die Sanierungsarbeiten Fördermittel beantragt.

Nach den Worten von Stefan Katz sollen die neuen Glocken aus Bronze am ersten Advent 2019 zum ersten Mal geläutet werden. Bevor es soweit ist, gibt es noch viel zu tun. Für die Gestaltung der Glocken hat sich die eigens dafür gegründete Glocken-AG den bekannten vogtländischen Künstler Peter Luban mit ins Boot geholt. Er bestätigte gestern ein Treffen am Montag in Schöneck. Dort wurden Details, die sich auf den Glocken wiederfinden sollen, besprochen. Er will jetzt Entwürfe für die Glockenzier erarbeiten.

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