Angepackt: Welche Schwerpunkte Bad Brambach 2021 setzen will

Bauhofhalle, Freibad, Eisstern: Der Kurort will trotz seiner beschränkten Möglichkeiten investieren. Aber es gibt auch Diskussionen um Grundsätzliches.

Bad Brambach.

Eines ist sicher. Nicht die Rente - sondern, dass Krösus kein Bad Brambacher war. Zwar müsste nicht erst ein sagenumwobener König aus vorchristlicher Zeit her, um Gemeinderäte, Bürgermeister Maik Schüller sowie die Finanzverwaltung in größerer Sicherheit zu wiegen. Aber mehr Planungssicherheit wäre für den Haushalt 2021 nicht zu verachten. Vor der in Kürze geplanten erneuten Lesung gibt es viele Unwägbarkeiten. Fakt ist oft nur, was nicht geht - Stichwort Investitionen Rathaus/ehemalige Mittelschule. Die Fördermittelsituation ist unklar. "Momentan ist nichts Attraktives da wie das ehemalige Programm Cil III", hofft Schüller, dass es noch neue Geldtöpfe geben wird.

Als Schwerpunkt will der Kurort dieses Jahr die neue Bauhofhalle angehen, führt die langjährige Kämmerin Constanze Wünsche aus. Der Plan geht von 75.000 Euro in diesem und nächstem Jahr sowie weiteren 25.000 Euro im Jahr 2023 aus. Als Varianten stellte sie eine Stahlhalle für 60.000 Euro plus Aufstellen, Inventar, Boden oder eine Holzständerkonstruktion, deren Rohbau 55.000 Euro kosten würde, gegenüber. Otto Fischer (CDU) riet zum Stahlbau, da Holz pflegeaufwendiger sei. Auch sei zu überlegen, ob die Investpauschale des Freistaates für die Halle eingesetzt werde, sagte er.

Der geplante Standort ist aus der Sicht von Andreas Zuber (Zukunft für Bad Brambach) ein großer Fehler. Er brachte wieder eine gemeinsame Lösung im Ortskern - zusammen mit dem für 2024 eingeplanten neuen Feuerwehrhaus - erneut auf das Tableau. Die Halle am jetzigen Bauhofstandort sei "strategisch falsch gedacht und perspektivisch teurer als die Kombilösung", so Zuber. "Der Handlungsbedarf besteht aber jetzt. Wir wollten schon vor zwei Jahren mit der Halle beginnen. Wenn wir noch drei, vier, fünf Jahre warten, ist das Geld fort. Wir sind schon spät dran. Ich würde mich dazuhalten", so Fischer. "Der Bauhof muss definitiv aus dem Ort raus. Er steht aber dort gut, wo er ist", entgegnete Schüller. "Das wird uns auf die Füße fallen", barmte Zuber.

Im Haushalt 2021 stehen 110.000 Euro für die Sanierung des Eissterngebäudes im Freibad. Die Arbeiten an den Badbecken mit Bundesförderung sollen dieses Jahr stattfinden. Die Projekte Abriss Schafstall in Schönberg/Neugestaltung der Fläche und Wartebereich Raun sollen abgeschlossen werden. Für die Kommunalstraßen sind Ausgaben von 83.000 Euro im Plan, der Sonnenschutz an der Ostseite der Grundschule soll 6000 Euro. Erst für 2023 ist der weitere Breitbandausbau im Plan - mit Kosten von 113.000 Euro.

Als heißes Eisen in der Debatte erwies sich die Sanierung der Mietwohnungen. Der Vorschlag Wünsches: 20.000 Euro aus 2020, weitere 20.000 Euro aus 2021 und nochmals 30.000 Euro aus Rückstellungen zu nehmen, und im Winter 2021 die Objekte dafür festlegen. Kathrin Stübiger (CDU) brachte eine Wohnungsbaugesellschaft ins Spiel. "Das macht für Bad Brambach keinen Sinn", winkte Schüller ab. Torsten Schnurre (FDP) war in der Frage ganz beim Rathauschef. "Für die Gemeinde sind das mehr Kosten für Geschäftsführer, Aufsichtsrat. Sanieren müssen wir, aber warum so?" CDU-Rat Fischer riet dazu, in Ruhe Infos zu sammeln und abzuwägen. Das im Rahmen der Haushaltsbefassung zu debattieren, führe zu weit.

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