Anwohner: Ex-Krankenhaus verkommt zu Abenteuerspielplatz

Die leerstehende Immobilie in Oelsnitz bereitet Bürgern Bauchschmerzen. Auch die Polizei war schon vor Ort.

Oelsnitz.

Das ehemalige Oelsnitzer Krankenhaus entwickelt sich zunehmend zu einem Sorgenkind im Stadtteil Voigtsberg. Darauf haben Anwohner während des Stadtspaziergangs mit Rathaus-Mitarbeitern und Stadträten aufmerksam gemacht.

Mehrere Bürger berichteten übereinstimmend, dass es in der Immobile regelmäßig ein "nächtliches Begängnis" gebe. Es brenne Licht, Personen seien sogar schon auf dem Dach gesichtet worden. "Es ist nicht lustig, wenn man hier abends entlang läuft", meinte eine Nachbarin. Zudem gibt es Spekulationen, dass hier auch Drogen gehandelt würden. Der Polizei liegen darüber bislang keine Erkenntnisse vor, wie Sprecher Christian Schünemann auf Anfrage der "Freien Presse" sagte. Fakt ist jedoch, dass es im März zweimal Hinweise von Bürgern gegeben habe, wonach sich Personen im Gebäude aufhalten. Die Beamten trafen später allerdings niemanden an, so Schünemann. Er ermuntert die Oelsnitzer, Hinweise und Beobachtungen weiterhin zu melden. "Wir sind daran interessiert."

Sascha Aurich

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Spätestens seit dem Stadtspaziergang vorige Woche sind auch die Verantwortlichen der Oelsnitzer Stadtverwaltung über die aktuellen Probleme im Bilde. Allerdings habe die Stadt kaum Handhabe, den Eigentümer - ein Immobilienunternehmen aus Nordrhein-Westfalen - mehr in Verantwortung zu nehmen. Denn das Gelände ist ordnungsgemäß abgesperrt. Und auch vom baulichen Zustand des Gebäudes geht keine Gefahr für die Umgebung aus. "Bauaufsichtlich ist hier nichts zu machen", sagt Stadtbaumeisterin Kerstin Zollfrank, die sich eine Perspektive für die Anlage wünscht. Ihr Optimismus hält sich allerdings sehr in Grenzen.

Den bislang letzten Hoffnungsschimmer gab es vor vier Jahren. Damals hatte der Eigentümer potenzielle Betreiber eines Altenheimes angesprochen - jedoch ohne Ergebnis. Tenor damals: Das 10.000 Quadratmeter große Gelände eigne sich sehr gut dafür, die Gebäude selbst seien indes kaum nutzbar, da die Bausub-stanz komplett durchfeuchtet ist.

Seit 1960 war das 1929/30 errichtete Gebäude eine Klinik, nachdem es zuvor als Feierabendheim fungiert hatte. Trotz Modernisierungen kam für das Haus das Aus, als der Neubau des Adorfer Waldkrankenhauses kam - und im Oktober 1996 der Umzug anstand. Seitdem gab es wechselnde Besitzer mit unterschiedlichen Nutzungsideen.

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