Asyl im Vogtland: Alle Zahlen

Nach dem Höhepunkt 2016 ebbt der Ansturm ab. 2500 Flüchtlinge mit oder ohne Anerkennung leben im Vogtland.

Oelsnitz/Klingenthal.

Die Asylkosten im Vogtlandkreis sind nach dem Abebben des Flüchtlingsansturms wieder rückläufig. Das geht aus Antworten des Landratsamtes auf Anfragen der "Freien Presse" hervor. Für Erfassung, Unterbringung, Versorgung und Betreuung aller Asylbewerber inklusive der unbegleiteten minderjährige Ausländer (Uma) erreichten die Aufwendungen 2015 insgesamt 17,5 Millionen Euro, schnellten 2016 auf 28,8 Millionen Euro hoch und gehen seither wieder zurück. 2017 lag der Wert bei 22,4 Millionen Euro und 2018 bei 20,4 Millionen Euro. Das Geld bekommt die Kreisbehörde weitestgehend vom Freistaat überwiesen.

Die jährlichen Summen teilen sich auf in die allgemeinen Aufwendungen für Flüchtlinge und in die separat ausgewiesenen Uma-Kosten. Für 2018 bedeuten 15,7 Millionen Euro Ausgaben für 1384 Asylbewerber Pro-Kopf-Kosten von gut 11.300 Euro. Für 73 Minderjährige beziffert das Landratsamt die Aufwendungen im Vorjahr auf 4,7 Millionen Euro - das entspräche einem Aufwand von 64.000 Euro je Uma. Deren Anzahl geht übrigens weiter zurück und beträgt laut einem im Juni vorgelegten Bericht des Landratsamtes per 31. Mai 2019 noch 55.


Die Anzahl der Asylbewerber ist bis Mitte 2019 wieder leicht auf 1420 Personen angestiegen, bewegt sich nach Aussagen des Landratsamtes aber seit dem zweiten Quartal 2017 auf relativ konstantem Niveau.

Um ein realistisches Bild der Asylkosten zu zeichnen, müssten auch die Aufwendungen für anerkannte Flüchtlinge hinzugerechnet werden, die über kein Erwerbseinkommen verfügen. Die Kreisbehörde nennt nur die ihr selbst entstehenden Kosten. Insgesamt gibt sie zum Stichtag 31. Dezember 2018 die Anzahl der anerkannten Flüchtlinge mit 1330 an. Zusammen mit den Asylbewerbern lässt das auf gut 2700 Flüchtlinge schließen, die mit oder ohne Anerkennungsstatus im Vogtlandkreis leben.

Aus dem Bericht geht auch hervor, dass 709 anerkannte Flüchtlinge erwerbsfähig sind und keinen Job haben: 457 Männer und 252 Frauen. Dabei handele es sich vor allem um Syrer, außerdem um Flüchtlinge aus Afghanistan, Irak und Eritrea. Seit Ende 2015 seien 689 Flüchtlinge "in Ausbildung und Arbeit integriert" worden, heißt es im Bericht. Bei zahlreichen Flüchtlingen gebe es Interesse an beruflicher Weiterentwicklung, Qualifizierung oder auch Anerkennung des erlernten Berufes.

Die Anzahl der Ausreisepflichtigen ist von 636 Ende 2018 leicht gestiegen. Von den aktuell 1420 Asylbewerbern sind 690 "vollziehbar ausreisepflichtig", wie es heißt. Wie mit den Abgelehnten umgegangen wird, dazu enthält der Bericht keine Aussagen. Im Kreistag war von "relativ vielen Duldungen" die Rede.

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