Auch Klingenthal kann Große Kreisstadt werden

Bei der Gründung des Vogtlandkreises blieb Klingenthal der Status Große Kreisstadt verwehrt. Jetzt gibt es eine neue Chance.

Klingenthal.

Voraussichtlich am 22. oder 23. Mai stimmt der Sächsische Landtag darüber ab, ob Klingenthal den Status Große Kreisstadt erhält. Der Innenausschuss hat am gestrigen Donnerstag mit einer Änderung der Sächsischen Gemeindeordnung den Weg dazu geebnet. Der kommunalpolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion Sören Voigt sagt dazu: "Das Gesetz eröffnet den Städten, die im Rahmen der Kreisgebietsreformen 1994 und 2008 ihren Status als Kreissitz verloren haben und keine Große Kreisstädte sind, die Möglichkeit, nunmehr durch Antrag beim Innenministerium auch 'Große Kreisstadt' zu werden."

Klingenthals Bürgermeister Thomas Hennig (CDU) verfolgt das Projekt schon seit zwei Jahren. Als 1996 der Vogtlandkreis gegründet wurde, war Klingenthal als einziger ehemaligen Kreisstadt der Status als Große Kreisstadt verwehrt geblieben. Der Stadtrat hatte die Entscheidung damals scheinbar widerspruchslos hingenommen.


Große Kreisstadt zu werden, sei für Klingenthal im Jubiläumsjahr "100 Jahre Stadtrecht" mehr als ein Prestigetitel mit neuen Ortseingangsschildern, sagt Hennig. So bringe der Status einige Vorteile, darunter etwa jährlich 250.000 Euro mehr an Schlüsselzuweisungen für die Stadtkasse. Thomas Hennig kann sich künftig Oberbürgermeister nennen. Das Bauamt wird zu einer Baubehörde aufgewertet, auch das Ordnungsamt bekommt einen höheren Status - bis dahin, dass man bei Verkehrskontrollen künftig selbst "blitzen" darf. Unter dem Strich ist der neue Status für Klingenthal ein Meilenstein auf dem Weg zu einem Mittelzentrum für das obere Vogtland.

Eine weitere Große Kreisstadt im Vogtland neben Oelsnitz, Auerbach und Reichenbach ist schon lange im Gespräch. Klingenthal spielte dabei bislang keine Rolle. 1992 scheiterte ein Versuch von Adorf und Markneukirchen. Damals waren für eine Große Kreisstadt mindestens 20.000 Einwohner nötig, deshalb verhandelten beide Städte mit Bad Elster und Gemeinden von Leubetha bis Erlbach - 14 Bürgermeister saßen damals mit am Tisch.

2004 ließ das Landratsamt selbst eine Studie für eine Große Kreisstadt erarbeiten. Variante 1: Markneukirchen und Erlbach mit Adorf, Bad Elster und Bad Brambach, das wären 21.600 Einwohner. Variante 2: Markneukirchen, Erlbach und Adorf mit Klingenthal und Zwota: 26.000 Einwohner. Variante 3: Markneukirchen, Erlbach und Adorf mit Schöneck und Mühlental: 20.500 Einwohner. Es blieben Pläne - für die Dauer von knapp 15 Jahren.

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