Auerbach favorisiert Waldpark als Standort für neue Schwimmhalle

Die Projektskizze ist schon beim Fördermittelgeber eingereicht. In einer Sondersitzung soll der überraschte Auerbacher Stadtrat nachträglich zustimmen. Widerstand ist vorprogrammiert.

Für Sie berichtet: Susanne Kiwitter

Die Stadt Auerbach will auf dem Gelände des Waldparkes Grünheide eine kleine Schwimmhalle bauen und dafür im Gegenzug die marode, seit Jahren ungenutzte Halle im Waldbad Brunn abreißen lassen. Voraussetzung ist, dass Fördergelder fließen. Um diesen Weg zu ebnen, kommt der Stadtrat am Mittwoch zu einer Sondersitzung zusammen. Er soll absegnen, was schon längst passiert ist: nämlich die Einreichung der Projektskizze beim Fördermittelgeber.

Hintergrund der Hauruck-Aktion: Laut Knut Kirsten, dem zuständigen Amtsleiter, hat der Bund ein neues Förderprogramm ausgeschrieben, für das bis spätestens 31. August die Projektskizzen eingereicht werden mussten. Kirsten: "Wir haben erst in der vorletzten Augustwoche davon erfahren."

Drei Millionen Euro soll die Halle für ein etwa zehn mal zwanzig Meter großes Becken kosten. Die Förderquote liegt laut Beschlussvorlage bei 45 oder 90 Prozent. Im Umkehrschluss heißt das, der Stadtrat beschließt mit seinem Votum nächste Woche auch, ob die Eigenmittel bereit gestellt werden oder nicht. Welche Förderquote gilt, richte sich nach der Haushaltslage, heißt es.

Das neu aufgelegte Bundesförderprogramm umfasst laut Knut Kirsten 100 Millionen Euro. Angesichts der Tatsache, dass es bundesweit etwa 11.000 Kommunen gibt, sei er sich bewusst, dass die Chancen nicht allzu groß stehen. Man wolle es aber probieren. Bis Ende des Jahres erwartet die Stadtverwaltung eine Antwort auf ihren Antrag.

Die Kriterien für eingereichte Projekte: Sie müssen sozial und ökologisch nachhaltig sein. Eine Schwimmhalle im Waldpark verbinde Jung, Alt, Menschen mit und ohne Handicap, Touristen und Einheimische, ist Kirsten überzeugt. Und was die ökologische Komponente betrifft, so könne man das im Waldpark vorhandene Blockheizkraftwerk mit einer Schwimmhalle besser ausnutzen.

Die Stadtverwaltung bezieht sich auf ihr Bäderkonzept, das sie im Januar vorgelegt hatte. Darin war festgehalten worden, einen alternativen Standort für eine Halle zu prüfen. Klar ist, dass nur dann mit Fördermitteln neu gebaut werden kann, wenn die alte Halle abgerissen wird. Wie viel letzteres kostet und wie es dann mit der Sauna und dem Schwimmerbecken im Waldbad Brunn weitergehen soll, ist wiederum unklar. Offen ist auch, wer Projektherr sein wird, sollte die Halle im Waldpark entstehen: Denn das Areal gehört dem Waldparkverein und nicht der Stadt. Kirsten hierzu: Die Weitergabe der Fördermittel an Dritte sei grundsätzlich möglich.

Eine Schwimmhalle im Waldpark würde das endgültige Aus für ein Ganzjahresbad in Brunn bedeuten - ein Ansinnen, für das der Förderverein Waldbad Brunn und auch die Linke im Stadtrat seit Jahren kämpfen. Entsprechend konsterniert reagiert der Fraktionsvorsitzende der Linken, Volker Mieth, auf die neuesten Pläne der Verwaltung. "Eine totale Fehlentscheidung", die ihn maßlos aufrege, sagte er gestern. Hatte Mieths Fraktion Anfang des Jahres schon das aus ihrer Sicht unvollständige Bäderkonzept abgelehnt, werde man auch hier nicht zustimmen, kündigt er an.

Mieth kritisiert weiter, dass der Stadtrat erst vor eineinhalb Wochen informiert wurde - unter dem Punkt "Sonstiges" in seiner jüngsten Sitzung, erklärt er. Selbst CDU-Stadtrat Joachim Otto sei überrascht gewesen, hat Mieth beobachtet.

Stadtrat Otto, der zugleich Geschäftsführer des Waldparkes in Grünheide ist, sagt: Von den aktuellen Plänen habe er weder als Stadtrat noch als Vorstand des Waldparkvereins gewusst, wenngleich die Idee von der Stadtverwaltung schon mit dem Bäderkonzept ins Gespräch gebracht worden sei. Seine Fraktion im Rat unterstütze mehrheitlich diese Stoßrichtung; er selbst favorisiere die Entwicklung des Brunner Bades zum Allwetterbad.

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