Auktion erstmals nur per Telefon und Internet

Zum zehnten Geburtstag des Oelsnitzer Auktionshauses gibt es gezwungenermaßen ein Novum. Ab heutigem Donnerstag kann vor Ort besichtigt werden.

Oelsnitz.

Alles absagen, weil ein Virus die Welt in Atem hält? Kathrin Voigt und ihre Mitstreiter Oliver Holz und Jens Köhler vom Auktionshaus Oelsnitz halten dagegen: Sie haben ihre Auktion zum zehnten Geburtstag des Auktionshauses um einen Monat verschoben, aber sie lassen sie stattfinden - und es wird am Samstag, 23. Mai ein Novum in Oelsnitz: Wegen Corona ist im Auktionshaus kein einziger Bieter.

Wenn Jens Köhler den Hammer schwingt, können Interessierte per Internet dabei sein, wenn sie sich auf den Portalen Lot-Tissimo oder Ivaluable angemeldet haben. Bieter können vorab schriftlich Gebote abgeben oder sich anrufen lassen, wenn ihr gewünschtes Objekt zum Aufruf kommt. Der ab heutigem Donnerstag möglichen Vorbesichtigung kommt so mehr Bedeutung zu. Köhler geht mit einem guten Gefühl in die Auktion. Zum einen kamen schon vor Corona zunehmend Gebote per Internet, sagt er, andererseits berichteten ihm Kollegen nach reinen Fernauktionen von Verkaufsquoten über 80 Prozent. Bereits 60 bis 70 Prozent gelten als sehr gut. Und: In einer Zeit ohne Flohmärkte ist mancher auf Auktionen erpicht.

Sonst soll viel so sein, wie es die Stammkunden und Gelegenheitskäufer schätzen, sagt Kathrin Voigt. Ein breites Spektrum mit 950 Nummern im Aufruf, darunter allein fast 200 bei Schmuck - so viel wie nie. Den gedruckten Katalog, über dessen Verzicht die Veranstalter redeten - es gibt ihn weiter, weil er nachgefragt wird. Zum Glück, sagt Voigt, ist mit der Druckerei Lupart dafür ein örtlicher Partner an der Hand, der schnell in Kleinauflage reagieren kann. Auch psychologisch sei die Auktion wichtig, sagt Voigt: Die Leute warten darauf, haben Zeit, zu suchen, zu bieten - und die Freude an schönen Dingen gebe Halt, Orientierung in oft wenig berauschenden Zeiten. Damit dies gelingt, sind wieder viele regionale Angebote dabei: Gemälde von Albin Enders oder Albin Schlehahn, Briefe von Hermann Vogel oder Mundartpapst Louis Riedel, Volkskunst, Adressbücher, Vogtlandjahrbücher oder Trachtenteile.

Die Auktion startet am 23. Mai, 11 Uhr. Es ist die 23. Auktion seit dem Start am Pfingstsamstag 2010. Für die nächste wird bereits gesammelt. Der Veranstalter firmiert nunmehr als Auktionshaus Oelsnitz/ Meerane. Holz und Köhler gründeten eine Niederlassung und ein Geschäft in Meerane, da es im Raum zwischen Altenburg und Glauchau keinen vergleichbaren Anbieter gab.

Die Vorbesichtigung ist vom 14. bis 22. Mai täglich von 10 bis 18 Uhr möglich - am 17. und 21. Mai ist zu. Besucher sollten sich unter 037421 27471 voranmelden. Sie müssen im Geschäft eine Mund-Nase-Bedeckung tragen und sich am Eingang die Hände desinfizieren. www.auktionshaus-oelsnitz.de

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