Ausbildung für Grundschullehrer in Rodewisch vom Tisch

Die CDU ist mit ihrem Vorhaben gescheitert, die Referendarausbildung ins Vogtland zu holen. Auch bei einem anderen Thema droht Ärger.

Auerbach.

Bei der Entscheidung für zwei neue Ausbildungsstätten für Grundschullehrer in Sachsen hat das Vogtland diese Woche den Kürzeren gezogen. Anstatt Rodewisch erhielten Löbau und Annaberg-Buchholz den Zuschlag des Kultusministeriums. Die enttäuschte Vogtland-CDU, deren Vertreter sich in Dresden für den Standort stark machen wollten, tröstete Kultusminister Christian Piwarz (CDU): "In Ostsachsen und dem Erzgebirge ist das Problem, junge Lehrer aufs Land zu bringen, noch größer." Das Vogtland werde mit der Lehrerverbeamtung von Rückkehrern aus Bayern oder Thüringen profitieren.

Der Minister war am Mittwoch Gast der öffentlichen Diskussion zum Kommunalwahl-Programm der Vogtland-CDU. Rund 75 Mitglieder, Lehrer, Erzieher, Künstler und Bürger folgten der Präsentation des Programm-Entwurfs der Arbeitsgruppe (AG) Bildung und Kultur in der Göltzschtalgalerie Nicolaikirche. Piwarz' Diskussionsbeitrag war ein Querschnitt der Positionen seines Ressorts. Das reichte von "die Zeit der Schulschließungen ist vorbei" unter Verweis auf die Neueröffnung einer staatlichen Oberschule in Klingenthal bis zur Absage an die Schulnetzplanung für Berufsschulen noch 2019. Dass die wegen der unterschiedlichen regionalen Interessen nicht konfliktfrei verlaufen wird, ahnt Piwarz: "Das im Wahljahr anzugehen - dagegen ist jede Risiko-Sportart Entspannung pur."

Im Programmentwurf macht die Vogtland-CDU deutlich, wo sie im Bereich Bildung Schwerpunkte setzen will: Aufbau einer kompletten Textil-Berufsausbildung mit Internat, dazu Kältekompetenzzentrum, Musikinstrumentenbau und Erzieherausbildung.

In Sachen Kulturförderung unterbreitete AG-Leiter Knut Kirsten den Vorschlag für ein Drei-Stufen-Modell. Danach soll sich die Kulturförderung künftig an ihrer regionalen Bedeutsamkeit orientieren. Örtliche Kultur sollte ausschließlich von den Gemeinden finanziert werden (Stufe 1), Einrichtungen und Veranstaltungen mit einer "gewissen Bedeutung über die Gemeinde hinaus" auch Geld vom Kulturraum erhalten (Stufe 2). Nur überregional bedeutende Einrichtungen sollen außer vom Kulturraum auch vom Landkreis geförderte werden. Als Beispiel für diese Stufe 3 nannte Kirsten den Tag der Vogtländer.

Dass Qualität in Bildung und Kultur trotz aller Bekenntnisse letztlich vom Geld abhängt, zeigte die Diskussion mehrfach. Beispiel Bezahlung der Lehrkräfte an der Musikschule Vogtland: Die seien durch die Auslagerung vor 20 Jahren systematisch schlechtergestellt worden, beklagte Musiklehrer Andreas Ebert. Man liege inzwischen bei 75 Prozent des Lohnniveaus vergleichbarer Einrichtungen. Das stehe einer Region, die sich als Musikregion definiere, nicht gut zu Gesicht.

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