Ausgeschlafenes Breitenfeld

Dorf-Besuch: In einer neuen Serie widmet sich die "Freie Presse" den Ortsteilen. Den Auftakt macht Breitenfeld.

Breitenfeld.

Ein bisschen verschlafen wirkt Breitenfeld, wenn man die engen Straßen durch den Wald von Markneukirchen nimmt und in das Dorf hineinfährt. Rund um die teils eng aneinandergebauten Häuser liegen weitläufige Wiesen und der Wald umringt den Ort.

Doch die Stille täuscht. "Breitenfeld lebt noch", sagt Matthias Schaller. Der 62-jährige Ortschaftsrat lebt seit 35 Jahren im Markneukirchener Ortsteil. Auch wenn er ein Zugezogener ist, am Stammtisch dürfe er sich mittlerweile aber Breitenfelder nennen, erzählt er augenzwinkernd. Genau so lange ist er auch Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr. Und die ist der Mittelpunkt, wenn es um die Aktivitäten der Breitenfelder Dorfgemeinschaft geht.

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Insgesamt 20 Mitglieder zählt die Feuerwehr, zwölf davon sind aktiv und hauchen dem Ort ordentlich Leben ein. "In jedem Quartal ist bei uns was los", erzählt Matthias Schaller. Der Veranstaltungskalender kann sich sehen lassen: Schlittenfest am Schreiberberg im Januar oder Februar. Dazu gibt es Glühwein und Tee. Am 30. April steigt ein Höhenfeuer. Auch hier kümmert sich die Feuerwehr sowohl um die Versorgung der Gäste als auch um alle Organisation rund um das Feuer. Vorher am Tag steht eine noch neuere Tradition auf dem Programm: Das Maibaumaufstellen und der Lampionumzug für Kinder. Im Mai wird die alte DDR-Kegelbahn auf dem alten Schulhof aufgebaut. Auch sie ist an Kegelnachmittagen Treffpunkt für die Dorfgemeinschaft.

Im Herbst steht die Breitenfelder Kirwe an. "Das ist seit gut zehn Jahren unser Highlight", sagt Schaller. An diesem Tag wird die Feuerwehr ein wenig entlastet. Um die Verpflegung kümmert sich die ältere Jugend. Bei Live-Musik und Frühschoppen von 10 bis 22 Uhr wird gefeiert. Richtung Weihnachten wird es auch in Breitenfeld besinnlicher. Dann wird die Pyramide aufgebaut. Ende November treffen sich die Bürger vor der ehemaligen Schule und stimmen sich auf die Weihnachtszeit ein.

Ortsvorsteher Maximilian Dick ist ebenfalls sehr zufrieden mit der Aktivität in der Gemeinde. Dennoch sieht er auch, wo es hakt: "Die Breitenfelder machen sich Gedanken um die Infrastruktur oder die Sanierung der alten Schule."

An manchen Stellen, so erzählt er, packen Ehrenamtliche einfach selbst an. "Unser Waldteich müsste saniert werden, da er aber nicht als Badeteich gilt, wird dort nicht mehr investiert. Ich kann die Stadt verstehen, immerhin wurde in Markneukirchen das Freibad erst saniert." Abfinden wollen sich die Breitenfelder damit aber nicht. Um den Waldteich trotzdem weiter zum Baden nutzen zu können, schlossen sich kurzerhand einige Badegäste zusammen, die den Teich jährlich auf Vordermann bringen. Investiert wird in diesem Jahr aber an anderer Stelle im Dorf , wie der Ortsvorsteher sagt: "Der Spielplatz bekommt eine neue Rutsche."

Auch wenn Matthias Schaller davon spricht, dass in Breitenfeld die Generation der 30- bis 45-Jährigen fehlt, wächst junges Engagement nach. So betreut Heike Meinel seit knapp zehn Jahren die Bibelstund. Am ersten und dritten Samstag im Monat trifft sie sich mit meist sieben Kindern bei Familie Schirner. "Das ist ein kleines Pflänzchen, das im Ort wieder wächst", sagt Schaller. Die Kinder studieren zudem ein Krippenspiel ein, das sie dann auf der Rentnerweihnachtsfeier aufführen. Diese Aufgabe hat Heike Meinel jedoch an die junge Generation übergeben. Verantwortlich ist mittlerweile Linda Steinel.


Das ist Breitenfeld

Seit 1994 ist Breitenfeld ein Ortsteil von Markneukirchen. Es wurde 1378 zum ersten Mal urkundlich erwähnt.

353 Einwohner hatte die Ortschaft zum Stichtag 31. Dezember 2018. In den Hoch-Zeiten in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts waren es fast doppelt so viele.

Für den Ortschaftsrat zur Kommunalwahl am 26. Mai kandidieren Christopher Petzold, Matthias Schaller, Tom Gottsmann. Manuela Wildschütz und Maximilian Dick (alle Bürger für Breitenfeld).

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