Azubis präsentieren erste Instrumente

Angehende Zupfinstrumentenmacher zeigen in einer kleinen Ausstellung der Berufs- und Berufsfachschule Klingenthal Gitarren und Mandolinen.

Klingenthal.

Der kleine Weihnachtsbaum passte durchaus ins Bild, als sich Samir Kanse (20 Jahre) aus Gießen, Paul Hildebrandt (22) aus Rostock, Johannes Epding (20) aus Oranienburg sowie die beiden Chemnitzer Benjamin Lommatzsch (19) und Florian Schwarze (27) vor der kleinen Ausstellung in Pose brachten - schließlich präsentierten sie die ersten Mandolinen und Gitarren, die unter ihren geschickten Händen entstanden - quasi ein vorzeitiges Weihnachtsgeschenk.

Die Fünf sind angehende Zupfinstrumentenmacher, die an der Berufs- und Berufsfachschule Klingenthal ihre Ausbildung erhalten. Die Instrumente, die sie zeigen, entstanden im 1. Lehrjahr. Grund genug für Schulleiter Karsten Meinel und Ausbilder Sven Kretschmann, mit dem Quintett ein Gläschen Sekt zu trinken - alkoholfreien natürlich.

Drei Jahre dauert die Ausbildung in Klingenthal. Wie es nach einem erfolgreichen Abschluss beruflich weitergeht, ist für die Fünf noch offen. Paul Hildebrandt könnte sich ein weiterführendes Studium an der Fachhochschule Markneukirchen vorstellen. Musikalische Fußabdrücke hinterlassen hat bereits Florian Schwarze, der in der Chemnitzer Band ORVO spielt, die neben Sachsen und Thüringen inzwischen auch Auftritte bis nach Flensburg hat. Bei Fete a la Musique im Juni in Chemnitz spielte die Band beispielsweise vor mehr als 3000 Besuchern.

Mit der Berufs- und Berufsfachschule für Musikinstrumentenbau hat Klingenthal eine Ausbildungsstätte, von der es deutschlandweit nur noch zwei weitere gibt. Das Gebäude, das in seiner heutigen Form zum 100-jährigen Jubiläum der sächsischen Harmonikaindustrie 1929 eingeweiht wurde und Elemente im Bauhausstil besitzt, erinnert inzwischen auch namentlich an die musikalische Vergangenheit der Stadt. Die einzelnen Ebenen sind nach Musikschulgründer Christian Friedrich Weber, dem Geigenmacher Caspar Hopf, dem Komponisten und Klingenthaler Stadtmusikdirektor Ernst Uebel sowie dem Stadtmusikdirektor und Blechblasinstrumentenmacher Herbert Fischbach benannt.

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