B 92: Erster Frust schon vor der Sperrung

Eine überraschende Busumleitung, keine Antwort zur Forderung nach Tempo 30 auf einer Ausweichstrecke: Vor Baustart in Oelsnitz gibt es Wirbel.

Oelsnitz.

Trotz langen zeitlichen Vorlaufs, vielen Gesprächen, Terminen sowie einer Bürgerversammlung gibt es Fragezeichen vor der am Montag beginnenden Vollsperrung der B 92 in Oelsnitz. Die sorgen bereits jetzt für Frust bei Bürgern, wie zur Sitzung des Oelsnitzer Stadtrats am Mittwochabend deutlich wurde.

Kritikpunkt Busumleitung: Eigentlich waren die Oelsnitzer davon ausgegangen, dass die Busse die Baustelle über Raasdorf umfahren. Hier wurden extra Ausweichstellen auf der schmalen Straße angelegt. Seit einer Info des Straßenbaulandesamtes am Dienstag ist jedoch klar: Die Busse rollen über Görnitzer Weg und Wohngebiet Ährenfeld. Anwohner Günter Strecker ist alarmiert. "61 Busse fahren dann dort täglich entlang", sagte er zur Bürgerfragestunde im Stadtrat. "Das ist ein Unding. Wenn die Stadt dem zugestimmt hat, ist das für mich unverständlich." Die Strecke ist eng und baufällig. Ein weiteres Fragezeichen steht hinter der Brücke über den Görnitzbach. Die ist normalerweise in ihrer Tonnage auf neun Tonnen begrenzt. Antworten auch auf vorherige "Freie Presse"-Anfragen gab es zunächst nicht. Der Presse wurde eine schriftliche Antwort angekündigt. "Freie Presse" fragte auch beim Nahverkehrszweckverband an. Antwort: "Die Linienführung über Ährenfeld wurde mit den beteiligten Behörden abgestimmt und ausgewählt, um die Auswirkungen auf den Fahrgast, besonders auch den Schülerverkehr möglichst gering zu halten", sagt Sebastian Eßbach, Leiter Verkehr. Die Strecke über Raasdorf werde erst im zweiten Bauabschnitt 2021 Regelumleitung. Dieses Jahr ist sie laut Eßbach allein Ausweichstrecke "bei zu großen Behinderungen". Der Zustand von Straße und Brücke sei eine Sache der Stadt.

Kritikpunkt Schönecker Straße: Sie ist keine offizielle Umleitung, viele werden sie während der Sperrung aber als Ausweichstrecke nutzen. Anwohner sind schon lange besorgt, forderten öffentlich Tempo 30 für die Dauer der Sperrung. Eine Anwohnerin hakte im Stadtrat nach. Kommt die Begrenzung? Stadtbaumeisterin Kerstin Zollfrank: "Eigentlich ist die Begrenzung nicht möglich. Wir prüfen es aber trotzdem noch." Ulrich Lupart (AfD) platzte der Kragen. Noch diese Woche wolle er eine Lösung. Sonst lasse er sich etwas einfallen, polterte er. Auf "Freie Presse"-Nachfrage wurde er am Donnerstag konkret: Er will Anwohnern vorschlagen, Plakate mit Bitte nach Tempo 30 aufzuhängen und überlegt, nach dem Ortseingang mehrere Autos am Straßenrand zu parken - um den Verkehr zu bremsen. "Parken ist erlaubt", sagte er, Schrammen würde er hinnehmen. Auch andere Kommunen würden mit Forderungen der Bürger konfrontiert, die zuständigen übergeordneten Behörden nicht schmecken, so Lupart. "Aber sie machen es. Hier passiert nichts." Tempo 30 gibt es auf Drängen der Gemeinde für die Dauer der B 92-Sperrung an der Umleitungsstrecke in Eichigt. Hier ist wie an der Schönecker Straße kein Fußweg.


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