Bad Elster: Jäger lehnen Schießen von Wildschweinen in Parks ab

Eine Jagd mit Gewehren wird es im Kurort nicht geben. Doch wie der Plage Herr werden? Ein Ort in Brandenburg setzt jetzt auf Althergebrachtes.

In den Parkanlagen von Bad Elster wird nicht auf Wildschweine geschossen. Darauf haben sich die Jäger der Region verständigt, wie Franz Süß und Dietrich Mund, beide Jagdpächter im Bereich Mühlhausen/Sohl/Bad Elster auf Anfrage der "Freien Presse" informieren. Zuvor war im Kurort immer wieder darüber diskutiert worden, eine Ausnahmegenehmigung für die Jagd im sogenannten befriedeten Bereich bei der Unteren Jagdbehörde zu beantragen. Nach einer Versammlung von Jägern ist das Thema jetzt vom Tisch.

"Ich war von vornherein dagegen", sagt Dietrich Mund, Urgestein unter den Jägern im Bereich von Bad Elster. "Für alle Beteiligten ist die Gefahr zu groß." Auch der junge Jagdpächter Franz Süß sieht das so. "Wir sehen davon ab, es ist zu gefährlich. Wir sind alles Hobbyjäger." Eine Zustimmung der Jagdbehörde galt ohnehin als beinahe aussichtslos. Ein weiteres Mittel zur Regulierung der Schwarzkittel, die in Bad Elster zuletzt große Schäden anrichteten, sehen manche im Einsatz von sogenannten Sauenfängen. Das sind Käfige am Boden, in die die Wildschweine gelockt werden, um sie dann zu töten. Ob diese umstrittene Methode im Revier Bad Elster zum Einsatz kommt, werde geprüft, wie Hansi-Heike Lerche, Leiterin des Forstbezirks Adorf, auf Anfrage informiert. Allerdings seien Sauenfänge nicht dazu da, das Wildschwein-Problem von Bad Elster zu lösen, so Lerche. Es ginge vor allem darum, im Kampf gegen die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest gerüstet zu sein. Dafür habe der Forstbezirk Adorf Sauenfänge genehmigt bekommen. Einer sei bereits im Einsatz, für fünf weitere sei Material bestellt. Parallel dazu werde Personal geschult. "Für uns ist das Thema Neuland, wir haben noch keine Erfahrungen damit", will sich Lerche vorantasten. In einem aber ist sie sich bereits sicher: "Ein Allheilmittel sind Sauenfänge auch nicht."

Ähnliche Probleme mit Wildschweinen wie in Bad Elster hat die Gemeinde Stahnsdorf in Brandenburg. In der weitläufigen Ortschaft ist ebenfalls der Einsatz von Gewehren tabu. Künftig dürfen die Schwarzkittel in dem Ort jedoch mit Pfeil und Bogen bejagt werden. Eine entsprechende Ausnahmegenehmigung hat das Land Brandenburg einem Jagdpächter erteilt, der den Umgang mit Pfeil und Bogen beherrscht, wie der RBB am gestrigen Montag informierte. Es handele sich um einen Modellversuch, der wissenschaftlich begleitet werde.

In Bad Elster sollte der Fokus indes nicht nur auf die Jagd gerichtet werden, fordert Jäger Dietrich Mund. Nach seiner Auffassung sei das Staatsbad "die größte Futterstelle" der Region. Die Eicheln und Kastanien von den vielen Parkbäumen sollten gründlich aufgelesen werden, sagt er. "Wir räumen schon so viel wie möglich weg", hält Staatsbäder-Gartenchefin Elke Sternitzky entgegen. Dass die Schweineplage jedoch damit zusammenhängt, glaubt sie nicht. "Die Bäume stehen seit 150 Jahren. Das Schweineproblem besteht erst seit vier Jahren."

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