Bad Elster verbietet private Feuer in der Walpurgisnacht

Erlaubt ist künftig nur noch ein Feuer pro Ortsteil am 30. April - das öffentliche der Wehr. Warum die Stadt diesen Schritt geht.

Bad Elster.

Die Stadt Bad Elster reduziert die Zahl der Höhenfeuer am 30. April drastisch. Es gibt künftig nur noch drei - je eins in der Stadt sowie in Sohl und Mühlhausen. Da die örtlichen Feuerwehren personell und technisch die zuletzt mehr als 20 Feuer im Gemeindegebiet nicht mehr absichern kann, werden die privaten Feuer in der Walpurgisnacht nicht mehr genehmigt. Dafür hat sich am Mittwochabend der Technische Ausschuss des Stadtrates einstimmig ausgesprochen.

Dirk Rottluff, Stadtwehrleiter und Chef der Ortswehr Bad Elster, hatte den Vorstoß zur jetzigen Entscheidung unternommen. Hintergrund: Die Zahl der angemeldeten privaten Feuer ist stark gestiegen - so von acht 2017 auf 25 im vergangenen Jahr. "Der sprunghafte Anstieg korrespondiert mit der Ankündigung des Landratsamtes, das private Verbrennen von Grüngut zu untersagen", sagt Rottluff. Die Feuerwehren selbst organisieren seit Jahrzehnten in den Orten öffentliche Feuer, sichern sie ab, pflegen die Geselligkeit - was Material und Leute bindet. Hinzu kommt die starke Trockenheit - ein Spagat, den die Feuerwehren nicht länger schaffen. "Ich weiß nicht mehr, wie ich das händeln soll. 2018 bin ich alle angemeldeten Feuer abgefahren, um die Lage zu checken. Da war ich bestimmt ein paar Stunden unterwegs." Rottluff sprach von teils drei privaten Feuern in Grundstücken nebeneinander, führte ein weiteres Argument ins Feld: "Wir sind ein Kurort, und dann 23 Feuer wie dieses Jahr. Wir nebeln die ganzen Kurgäste ein."

Dieser Punkt, vor allem aber der Aspekt Sicherheit und Verantwortlichkeit zündet bei Bürgermeister Olaf Schlott (Unabhängige Bürgerschaft). Dass das Verbot nun auch Einwohner trifft, die seit etlichen Jahren private Höhenfeuer anmelden, sei ihm bewusst. "Da eine Ausnahme zu machen, ist schwierig. Ein Ausweichen auf andere Termine ist ja möglich", baute Schlott Bürgern eine Brücke, an anderen Tagen dürres Geäst etwa in der Feuerschale oder in einem Lagerfeuer zu verbrennen. Hauptamtsleiter Uwe Pinkert sieht das genauso. "Wer soll entscheiden, was Tradition ist und was nicht?", fragte er auf die Anfrage von Thomas Steiger (Unabhängige Bürgerschaft) nach Ausnahmen.

Ohne die Entscheidung der Stadträte hätte im Raum gestanden, dass die Feuerwehr selbst keine Feuer mehr organisieren könnte, hieß es in der Sitzung. Das könne ja nicht das Ziel sein, hieß e unisono am Ratstisch. Vizebürgermeister Tobias John (Unabhängige Bürgerschaft) bezeichnete die neue Regelung als "sinnvoll", sah einen positiven Nebeneffekt. "Die Leute kommen dann wieder mehr zusammen, als dass jeder sein eigenes Süppchen kocht."

Mit der starken Beschränkung der Feuer folgt Bad Elster dem Weg Treuens. Die Stadt erlaubt seit 2018 pro Ortsteil nur ein großes Feuer, das von einem Verein oder ähnlichen Organisationen ausgerichtet wird. Adorf geht einen anderen Weg. Seit diesem Jahr verlangt die Kommune Geld für die Genehmigung zum Abfackeln von Lager- und Höhenfeuern am 30. April: 30 Euro für ein großes Feuer, 10 Euro für ein Lagerfeuer, die Feuerschale ist kosten- und genehmigungsfrei. Die Städte Markneukirchen und Oelsnitz haben nicht vor, die Praxis bei den auch als Besenbrennen bekannten Feuern zu ändern. Weder ein Verbot noch Gebühren sind im Gespräch, hieß es am Donnerstag auf Anfrage. Die Sicherheit am Feuer sei Aufgabe des Veranstalters, betonte der Oelsnitzer Hauptamtsleiter Hannes Schulz. Genauso sah es schon 2017 Kreisbrandmeister Gerd Pürzel: Streng nach Gesetz seien die freiwilligen Wehren nicht zuständig. Sie könnten kontrollieren, helfen, unterstützen - in der Pflicht sei aber der Veranstalter.

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