Bahnhofsfest in Graslitz mit Dampfzug und Kaiser Karl IV.

650 Jahre Stadtrecht und 20 Jahre Egronet - das Bahnhofssfest am Samstag in Graslitz/Kraslice soll Tradition und Moderne verbinden.

Graslitz/Kraslice.

Ein Bahnhofsfest, das einen Bogen von Kaiser Karl IV. bis zum grenzübergreifenden Verkehrsverbund Egronet schlagen wird, findet am Samstag in der Klingenthaler Partnerstadt Graslitz/ Kraslice statt. 650 Jahre ist es her, dass Karl IV. Graslitz das Stadtrecht verlieh. Am 28. Mai waren es 20 Jahre, dass mit der Wiedereröffnung des Bahnverkehrs zwischen Klingenthal und Graslitz/Kraslice auch das Egronet-Projekt Realität wurde, das seither Sachsen, Thüringen, Westböhmen und Bayern per Bus und Bahn verbindet.

Als sich das Jubiläum jährte, war die Grenze wegen der Coronapandemie geschlossen und auch die für August geplante 650-Jahr-Feier wurde wegen des Virus um ein Jahr verschoben. Das Bahnhofssfest soll aber stattfinden. Es wird über die Europäische Union über den Fonds für Kleinprojekte kofinanziert.

Angekündigt ist ein buntes Programm mit viel Musik und Unterhaltung von 10 bis 18 Uhr am Bahnhof, dazu zeitgleich eine Technikschau am Haltepunkte Graslitz-Vorstadt/Kraslice předmìstí. Gegen 10.50 Uhr wird der Sonderzug aus Falkenau/ Sokolov mit Karl IV. und seinem Gefolge erwartet. Auf 12.40 Uhr angekündigt ist der von einer Dampflok gezogene Sonderzug aus Glauchau, der über Reichenbach (8.13 Uhr), Plauen (8.41 Uhr), Oelsnitz (9.02 Uhr), Adorf (9.18 Uhr) und Bad Brambach (9.39 Uhr) nach Falkenau/Sokolov fährt und von dort nach Graslitz/Kraslice.

Die grenzüberschreitende Bahnverbindung zwischen Klingenthal und Graslitz/Kraslice hat eine lange Tradition. Am 1. Oktober 1886 war sie offiziell eingeweiht worden. Mit dem Ende des Zweiten Weltkrieges 1945 war sie dann aber für 55 Jahre unterbrochen.

Aber schon mit der Wiedereröffnung des Straßen-Grenzübergangs am 30. Juni 1991 gab es auch Ideen für die Reaktivierung der Bahn. Vom 28. bis 30. Oktober 1994 unternahm der Eisenbahner-Klub aus Falkenau/Sokolov auf der knapp vier Kilometer langen Strecke zwischen dem Bahnhof Graslitz/Kraslice und dem 1991 wiedereröffneten Grenzübergang Klingenthal Fahrten mit einem historischen Motorzug. Das Interesse war seinerzeit riesengroß. "Tausende fahren mit" lautete damals die Schlagzeile in der "Freien Presse".

Ab 17. Dezember 1994 begann wieder der offizielle Bahnverkehr. Täglich zwölf Zugpaare pendelten bis Markhausen/ Hranicná. Der "Grenzzug" war monatelang die Attraktion. Ab Mai 1998 übernahm dann die tschechische Privatbahn Viamont (heute GW Train) die Linie zwischen Falkenau/Sokolov und Graslitz/Kraslice und fuhr auch bis zum Grenzübergang.

1999 begannen die Vorarbeiten zum Bau einer neuen Eisenbahnbrücke in Klingenthal, im Februar 2000 rollten dann die Bagger an. Innerhalb weniger Wochen wurde eine Behelfsbrücke über die Markneukirchner Straße errichtet und die Infrastruktur der Bahn erneuert. Die Wiedereröffnung der Bahnlinie am 28. Mai wurde in Verbindung mit dem Klingenthaler Museumsfest begangen. Vom Filmemacher Claus Dunsch gibt es dazu ein einzigartiges Zeitdokument.

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