Bandoneon: Es gab nicht nur Arnold

Bei der Stunde der Musik steht am Samstag in Zwota wieder das Bandoneon im Mittelpunkt. Namhafte Hersteller dieser Instrumente gab es neben Carlsfeld auch in Klingenthal. Einer davon war Kurt Jobst.

Zwota.

Am Samstag ist wieder der Bandoneonverein Carlsfeld in Zwota zu Gast und gibt gemeinsam mit dem Projektchor Carlsfeld, Solisten und dem Kirchenchor Zwota ein Konzert. "Die etwa 70 Mitwirkenden geben ein buntes Programm moderner geistlicher Musik von Klassik bis Tango", kündigt der Zwotaer Kantor Rico Schneider an.

Beim Bandoneon denkt man vorrangig an Carlsfeld und die Marke "Alfred Arnold". Diese sei, so erzählte Musikprofessor Nestor Vaz aus Montevideo vor einigen Jahren beim Festival in Carlsfeld, so etwas "wie ein Rolls Royce" unter diesen Instrumenten.

Bandoneons wurden freilich nicht nur in Carlsfeld gebaut. Als einer der ersten Hersteller dieser Instrumente in Klingenthal ist 1880 Carl Dölling genannt, in Brunn- döbra war es um diese Zeit Rolando Zimmermann. Hochwertige Instrumente baute ab 1920 auch Kurt Jobst, unter anderem ausgestattet mit patentierten schwedischen Stahlstimmen und Beschlägen aus Neusilber und Perlmutter-Einlagen. Jobst-Bandoneons kosteten bis zu 300 Reichsmark, das war etwa das Anderthalbfache des Monatslohn eines Arbeiters.

Der Historiker Kurt Kauert ermittelte insgesamt ein halbes Dutzend Bandoneon-Hersteller für den Klingenthaler Raum und Erlbach.

Das Bandoneon erlebt seit einigen Jahren eine sanfte Renaissance. Angefangen hat es 1992 mit einem Benefizkonzert in Carlsfeld. Daraus entstanden ist ein Festival, das erst kürzlich seine 26. Auflage erlebte - mit mehr als 3000 Besuchern an den vier Festivaltagen.

Das Konzert am Samstag in der Zwotaer Kirche mit dem Bandonionverein Carlsfeld, dem Projektchor Carlsfeld und dem Zwotaer Kirchenchor beginnt 17 Uhr. Der Eintritt ist frei, eine Spende möglich.

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