Barrierefreier Fahrspaß mit dem Wernesgrüner Schienen-Express

Der Bahnsteig in Hammerbrücke wird behindertenfreundlich umgebaut. Auch die Pläne für eine Fahrt von Schönheide-Süd bis Muldenberg sind noch nicht aufgegeben.

Hammerbrücke.

Mit der Baggerschaufel verteilt Uto Hackenschmidt feinen Split auf dem künftigen Bahnsteig, während seine Kollegen Rick Seidel, Bernd Meinel, Steffen Schindler und Steffen Seidel mit dem Pflastern begonnen haben. Verlegt werden auch spezielle Steine, an denen sich Blinde mit dem Weißen Langstock orientieren können.

Seit Anfang November sind die Mitarbeiter der Bau-Firma Krause aus Klingenthal mit der Neugestaltung des Bahnsteigs in Hammerbrücke beschäftigt. Bis Jahresende sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. "Wir haben den Unterbau komplett neu hergerichtet. Für das Pflastern sollte sich aber der Schnee noch etwas zurückhalten", machte Uto Hackenschmidt deutlich.

Erneuert wird der Bahnsteig im Rahmen des Bundesprogramms "Lieblingsplätze für alle". Der Vogtlandkreis unterstützt dabei den Verein Historische westsächsische Eisenbahnen (FHWE) mit 25.000 Euro. Darüber informierte Marco Drosdeck, der Chef des FHWE. Nach einem Test im Herbst 2007 betreibt der Verein seit April 2008 mit dem Wernesgrüner Schienen-Express das Teilstück zwischen Hammerbrücke und Schönheide Süd/Wilzschhaus der ehemalige Bahnlinie Chemnitz-Aue-Adorf.

Mit Unterstützung durch den Vogtlandkreis und den Erzgebirgskreis wird zudem am Bahnhof Schönheide-Süd/Wilzschhaus, den der FHWE ebenfalls übernommen hat, ein Wagen des Schienen-Express barrierefrei umgebaut. Angeschafft wird zudem für den dortigen Bahnhof eine mobile Rampe, um Behinderten den Zugang zu den Fahrzeugen zu ermöglichen. Die Einweihung des barrierefreien Wernesgrüner Schienen-Express plant Drosdeck für das Frühjahr 2017.

Der Chef des FHWE hat auch seine Pläne für einen Anschluss in Muldenberg mit Übergangsmöglichkeit zur Vogtlandbahn noch nicht aufgegeben, mit der wieder eine Bahnverbindung zwischen Erzgebirge und Vogtland möglich wäre. Seit Sommer 2014 halten am ehemaligen Bahnhof Muldenberg keine Züge mehr. Rund 300.000 Euro sind laut der Deutsche-Bahn-Tochter Station & Service für den Bau eines normgerechten Bahnsteigs veranschlagt. Bislang fehlt neben dem Geld auch ein Konzept der Anrainerkommunen.

Die Genehmigungen der Deutschen Bahn AG für das Neuverlegen der fehlenden 200 Meter Gleis zwischen Muldenberg und Hammerbrücke hat Marco Drosdeck bereits Ende 2014 eingeholt.

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