BG-Klinik: Lösung soll bis Herbst her

Eigentlich sollten am 16. Mai die Würfel fallen - das Datum ist ebenso vom Tisch wie eine schnelle Schließung. Die Politik hat sich massiv eingeschaltet, Gewerkschaft und Mitarbeiter machen Druck.

Falkenstein.

Auf Trillerpfeifen wurde beim Protest vor der Klinik am Donnerstagvormittag dann doch verzichtet. Stattdessen hatten die Demonstranten jede Menge originelle Plakate und Spruchbänder gebastelt, mit denen sie sich für "ihre" BG-Klinik im Falkensteiner Ortsteil Dorfstadt stark machten. Deren Zukunft steht vor allem wegen fehlender Ärzte und sinkender Patientenzahlen in den Sternen. Über das Thema berieten am Donnerstag vor Ort die Gesellschafter, die Gewerkschaft Verdi hatte deshalb zum Protest vorm Haus gerufen. Über 80 Menschen kamen, unter ihnen aktuelle und ehemalige Mitarbeiter ebenso wie viele Patienten, Kommunalpolitiker, speziell die "Bürger für Falkenstein", und die Landtagsabgeordnete Janina Pfau (Die Linke).

Während draußen protestiert wurde, verhandelte man drinnen. Mit am Tisch saßen dort Landrat Rolf Keil, der Landtagsabgeordnete Sören Voigt und Falkensteins Bürgermeister Marco Siegemund (alle CDU). Und es scheint, als habe sich der Einsatz der Politiker im Haus und der Druck der Demonstranten draußen gelohnt: Am 16. Mai werde definitiv noch keine Entscheidung über die Zukunft des Standortes fallen, erklärte Reinhard Nieper, Geschäftsführer der BG-Kliniken, im Anschluss. Stattdessen solle bis September versucht werden, eine tragfähige Lösung für die Einrichtung zu finden. Der Landrat bekräftigte vor den Demonstranten, der Standort liege ihm am Herzen, der Kreis werde alles in seiner Kraft stehende tun, um die Klinik zu erhalten.


Aber wie könnte das gelingen? Eventuell durch die Zusammenarbeit mit anderen Krankenhaus-Trägern, deutete Geschäftsführer Nieper an. Er hat drei Probleme ausgemacht: Es mangele an Ärzten und Pflegern, die in der vergleichsweise abgelegenen Klinik arbeiten wollten; es gebe immer weniger Versicherte, speziell durch ihren Beruf Lungenkranke, die hier betreut werden könnten. Hinzu kämen bauliche Notwendigkeiten, speziell beim Brandschutz, die gestemmt werden müssten.

Falkenstein ist die einzige BG-Klinik in Sachsen, der Landtagsabgeordnete Voigt will deshalb auch die Staatsregierung für ihre Rettung mit ins Boot holen. Aus dem Sozialministerium habe man ihm Unterstützung zugesagt, erklärte er. Bürgermeister Siegemund zeigte sich erleichtert, dass zumindest eine kurzfristige Schließung abgewendet ist und Zeit für eine Lösung gewonnen wurde.

Verdi-Gewerkschafterin Simone Bovensiepen sieht einen "Zwischenerfolg": "Aber über den Berg sind wir noch lange nicht." Die Gewerkschaft werde am 16. Mai in Berlin präsent sein, wenn das Gutachten über die Klinik vorgestellt wird, auch wenn dies nun wohl keine unmittelbaren Folgen hat. Eine Neuausrichtung sei unumgänglich, für die Gewerkschafterin ist dabei wichtig, dass das Haus im Verbund der BG-Kliniken bleibt.

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