Bombendrohung: Täter nutzt das Handy eines Mädchens

Wegen einer Bombendrohung sind in Plauen die Hufeland-Schule und die Grundschule am Wartberg evakuiert worden. Dem Täter droht ein juristisches Nachspiel.

Plauen.

Am ersten Tag nach den Herbstferien mussten knapp 600 Schüler in Plauen ihre Schulen im Chrieschwitzer Hang verlassen. Der Grund war eine Bombendrohung. Die Drohung ging am Morgen per Notruf in der Rettungsleitstelle ein. Die Polizei ließ die Hufeland-Oberschule und die benachbarte Grundschule am Wartberg räumen. Beide Häuser befinden sich im Wohngebiet Chrieschwitzer Hang.

Mit einem Spürhund suchten die Beamten nach Sprengstoff in den beiden Gebäuden. Die Schüler liefen in Begleitung ihrer Lehrer zur Festhalle und warteten dort. Nach drei Stunden durften sie wieder in ihre Klassenzimmer. "Zur sechsten Stunde haben wir wieder unterrichtet. Ich denke, das war kein Fehler und hat zur Normalität beigetragen", sagt Simone Heilmann, Leiterin der Hufeland-Schule.

Sprengstoff fanden die Polizisten nicht. Im Laufe des Vormittags ermittelten sie die Person hinter der Telefonnummer, von der aus der Drohanruf in der Leitstelle eingegangen war. Nach Recherchen der "Freien Presse" kam der Anruf von dem Telefon eines kleinen Mädchens. Wer das Handy in der Hand hatte und die Bombendrohung aussprach, dazu laufen Ermittlungen. "Wir wissen bisher nur, zu wem die Handynummer gehört", sagte Polizeisprecher Patrick Franke. Vor Ort hieß es am Vormittag, es habe sich um eine männliche Stimme gehandelt. Da der Unbekannte nur von "Hufeland" gesprochen habe, evakuierten die Beamten vorsorglich beide Schulen.

Die Kriminalpolizei ermittelt wegen Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten. Nach dem Strafgesetzbuch wird auch das als Straftat gewertet. Im Falle einer Verurteilung muss der Täter mit einer Geldstrafe oder bis zu drei Jahren Freiheitsstrafe rechnen, so Franke.

In der Hufeland-Schule lief am Nachmittag eine sogenannte Unesco-Jahrestagung. Die Oberschule ist Unesco-Projektschule. Seit Montag treffen sich dort drei Tage lang Vertreter der sächsischen Unesco-Projektschulen, um sich über Ideen auszutauschen. Bundesweit gehören 200 Schulen zu diesem Netzwerk. Ziele sind unter anderem interkulturelles Lernen und Umweltschutz. Zum Programm gehören Aktionswochen zum Thema "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage". Seit einem Jahr bildet das Team um Simone Heilmann Streitschlichter aus. Das sind Schüler, die sich freiwillig melden, um als Vermittler bei Konflikten zwischen Schülern zu fungieren. In einem der jüngsten Projekte hatten die Kinder im Chrieschwitzer Hang Müll aufgesammelt. "Wir wollten damit ein Zeichen setzen gegen den Plastikwahn", sagt Simone Heilmann.

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