Bombenhagel durch Glück entkommen

Sylva Edith Scheithauer blickt auf ein bewegtes Leben zurück. Die gebürtige Oelsnitzerin feierte jetzt ihren 100. Geburtstag.

Adorf. Ihren 100. Geburtstag feierte Sylva Edith Scheithauer am 1. Advent im Seniorenhaus "Sonnengarten". Neben Gratulationen aus dem Kreise der Familie und den Mitarbeitern der Einrichtung überbrachte auch Günter Glaß als stellvertretender Bürgermeister die Glückwünsche der Stadt Adorf.

Sylva Edith Scheithauer, geborene Bohra, erblickte am 1. Dezember 1919 in Oelsnitz das Licht der Welt. Sie arbeitete nach erfolgreichem Abschluss in der ehemaligen Kunstschule Plauen als Kunstgewerblerin und Entwerferin für Stoffmuster und Postkarten mit künstlerischem Anspruch in Dresden. Noch heute spricht Sylva Edith Scheithauer perfekt Englisch. "Das war damals Pflichtfach in der Plauener Kunstschule", berichtet sie.

Die Seniorin erlebte schöne und auch schwere Zeiten in ihrem Leben. Durch einen glücklichen Zufall hielt sie sich zur furchtbaren Ausbombung von Dresden zum Ende des 2. Weltkrieges nicht in der Altstadt auf. Doch das Wohnhaus und alles was sie besaß, wurde vernichtet. Sie kehrte nach Oelsnitz zurück und lebte nach der Eheschließung mit ihrem Ehemann Wolfgang Anfang der 50er Jahre zwischenzeitlich im Schwarzwald. "Jetzt wäre es aber gut, wenn wir einen Grappa hätten", scherzte die Jubilarin munter zur Geburtstagsfeier, die sich noch immer sehr gerne an die gemeinsam Urlaubsreisen mit ihrem Mann erinnert, die jedes Jahr meist mit dem Wohnwagen in das schöne Italien führten. Die Schönheiten der Natur inspirierten sie auch zum Malen von Bildern sowie der Gestaltung von Oster- und Weihnachtskarten. Eine kleine Auswahl ihrer in Tempera gemalten Bilder aus der Zeit Ende der 30er bis 50er Jahre des letzten Jahrhunderts präsentierte der Adorfer Künstler Jürgen Waldmann dieses Jahr anlässlich des Stadt- und Gewerbefestes in seiner Kunstgalerie in der Schulstraße. Sylva Edith Scheithauer ist die Großcousine und Patentante von Jürgen Waldmanns Ehefrau Christa. Ein Patentrezept, wie man ein solches stolzes Lebensalter erreichen kann, kennt die Seniorin übrigens nicht.

Zu ihrem 100. Geburtstag erhielt Sylva Edith Scheithauer auch ein persönlich unterzeichnetes Glückwunschschreiben vom Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier.

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