Borkenkäferbefall: Sachsenforst erwartet weiteres Problemjahr

Durch die bislang milde Witterung dürfte eine Vielzahl der Schädlinge gut überwintert haben. Das hat Folgen.

Schöneck/Zwota.

Fichtenstämme, von denen sich großflächig die Rinde löst, braune Nadeln, abgestorbenes Holz - am 775 Meter hohen Hanselberg zwischen Klingenthal und Erlbach, direkt an der tschechischen Grenze gelegen, bietet sich Wanderern derzeit durch Schädlingsbefall ein verstörendes Bild. Es ist einer von fast 1800 im vergangenen Jahr im Vogtland erfassten Befallsherden, knapp zwei Drittel davon sind bislang saniert.

Das Gebiet um den Hanselberg wird in historischen Karten als Kohlhauwald bezeichnet. Das Holz wurde in Meilern zu Holzkohle verarbeitet. Zu mehr würde der Großteil der befallenen Bäume auch heute nicht taugen.

Das Problem dabei: Im Forstbezirk Adorf rechnet man damit, dass der Borkenkäfer auch 2020 ein Problem bleibt. "Durch den starken Befall im vergangenen Jahr, verbunden mit einer hohen Zahl überwinternder Käfer und dem Fakt, dass nicht alle Flächen rechtzeitig saniert wurden, ist auch im Jahr 2020 von einer hohen Befallsrate auszugehen. Selbst wenn das Frühjahr kühl und nass werden sollte, kann deshalb nicht mit einer Entspannung der Situation gerechnet werden", sagt Luisa Lüttschwager, die derzeit für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist.

Zu den Hauptschädlingen an der Fichte zählen nach ihren Worten Buchdrucker und Kupferstecher sowie als technischer, für die Forstwirtschaft holzentwertender Schädling der Nutzholzborkenkäfer. Bereits ab 16 Grad Celsius beginnt der Schwärmflug der überwinternden Käfer, infolgedessen es zu neuen Stehendbefall kommen dürfte. Die Schwärmaktivitäten des Nutzholzborkenkäfers können noch zeitiger einsetzen. Besonders befallsgefährdet demnach sind südlich ausgerichtete Fichtenränder, die bereits im Vorjahr geschädigt wurden.

Die Frage ist, wie die Waldbesitzer in der Region auf die neuerliche Bedrohung reagieren können. "Mit Beginn des Schwärmflugs ist es wichtig seine Waldbestände in regelmäßigen Abständen auf Borkenkäferbefall zu kontrollieren. Dies sollte in einem maximalen Turnus von vier Wochen erfolgen", sagt Luisa Lüttschwager. Bei den Flächenkontrollen müsse auf die klassischen Symptome von Borkenkäferbefall geachtet werden. Dazu zählen sogenannte Einbohrlöcher in der Rinde, Harzfluss, Bohrmehl an den Rindenschuppen und auf der Vegetation, Spechtabschläge, Rotverfärbung der Krone sowie der Abfall von Rindenstücken.

Komplett entrindete Bäume müssen demnach nicht mehr entfernt werden, insofern sich kein Verkehrssicherungsproblem ergibt, da dort die Käfer bereits ausgeflogen sind. Befallene Bäume sollten markiert und schnellstmöglich - vor Ausflug der Käfer - entnommen und abtransportiert werden. Im Rahmen diverser Waldschutzmaßnahmen können Waldbesitzer finanzielle Unterstützung durch die Forstförderung erhalten.

Für den 27. März bereitet der Forstbezirk Adorf im Gasthof zum Walfisch in Zwota eine Waldbesitzerschulung zur Thematik der Borkenkäferkalamität vor. Anmeldungen sind bis 9. März über Telefon 037464 33090 oder per E-Mail unter poststelle.sbs-adorf@smul.sachsen.de möglich.

Ansprechpartner: Harald Stengel (Revier Schöneck, Telefon 0173 577 6506, E-Mail: Harald.Stengel@smul.sachsen.de) und Steffen Biedermann (Revier Adorf, Telefon 0173 371 7176, E-Mail Steffen.Biedermann@smul.sachsen.de) sowie zu Fragen der forstlichen Förderung Luisa Lüttschwager (Telefon 0173 577 6507, E-Mail:Luisa.Luettschwager@smul.sachsen.de).

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