Budenzauber mit WM-Team

Ohne die fleißigen Wichtel hinter den Kulissen läuft nichts: So war es auch am zweiten Adventswochenende auf Märkten in Bad Elster, Marieney, Markneukirchen und Oelsnitz. "Freie Presse" hat einige der Helfer getroffen.

Peter Schlott in Oelsnitz: In der Sperkenstadt hat der Weihnachtsmann seit der Wende einen Namen: Peter Schlott. Das wissen aber nur die Eingeweihten. Für die Kinder ist er ein großer Mann, mit einem weißen Rauschebart, mit Zipfelmütze und in einem langen roten Mantel. Sogar die Rute fehlt nicht. Weihnachtsmann Peter Schlott ist ein guter Mann und weiß, was Kinder nicht gerne mögen: ausgeschimpft zu werden, auch wenn sie im zurückliegenden Jahr mal Schabernack getrieben haben. Das können sie wieder vergessen machen, wenn sie ein Liedchen singen oder das Gedicht vom lieben guten Weihnachtsmann aufsagen. Dann hört er aufmerksam zu, lobt und lässt seine Engel kleine Überraschungen überreichen. "Mir macht das Spaß, sonst würde ich es ja nicht schon so lange machen", sagt der Weihnachtsmann, wenn gerade keine Kinder in der Nähe sind. Der rote Mann spricht auch mit den Kindern, fragt sie danach, was auf ihren Wunschzetteln steht. Staunt darüber, wenn sich Knirpse schon ein Handy erhoffen, und macht Mut, dass es mit einer Puppe oder einem Baukasten bestimmt klappen wird. Manchmal, wenn er wissen will, wie denn die Kinder zum Oelsnitzer Weihnachtsmarkt gekommen sind, muss Peter Schlott selbst über seine eigene verschmitzte Antwort schmunzeln: Etwa auf dem Elsterradweg? Ohne Knecht Ruprecht Peter Schlott samt seinem Geschenkesack und den Engeln im Gefolge würde dem Weihnachtsmarkt etwas fehlen. Das aber passierte zum Glück nicht, denn er schaute gleich mehrmals bei den Kindern vorbei.

Kerstin Schuster und Jana Geipel in Marieney: Sie waren am Samstag schon von weitem zu erkennen. Auf dem Rücken ihres rotes Obergewandes prangte eine Aufschrift: Marieneyer WM-Team. Wer nun dachte, das hätte etwas mit einer Weltmeisterschaft zu tun gehabt, der irrte. WM - das steht für Weihnachtsmarkt. Dass es ihn gibt, ist dem Julius-Mosen-Chor zu verdanken, der ihn ins Leben rief. Es ist bemerkenswert, wenn sich das im Vergleich zu Adorf, Markneukirchen, Schöneck oder Oelsnitz kleine Marieney jedes Jahr einen Weihnachtsmarkt organisiert. Klein, aber fein, federführend bei der Organisation und Durchführung ist mittlerweile das WM-Team unter der Schirmherrschaft des Feuerwehrvereins. Kerstin Schuster und Jana Geipel waren dabei am Samstag nur zwei der Wichtel, die bei den Besuchern auch aus umliegenden Orten für vorweihnachtliche Stimmung sorgten. Die beiden Frauen waren für die Versorgung mit selbst gebackenen Plätzchen und Krapfen sowie Heißgetränken zuständig, hatten alle Hände voll zu tun. Dass und wie sehr der Marieneyer Weihnachtsmarkt eine Gemeinschaftssache ist, zeigte sich unter anderem auch an den Auftritten des Julius-Mosen-Chores, am Programm der Kita-Kinder und von Eltern, die am Nachmittag ein kleines Theaterstück aufführten.

Rebecca Renz in Bad Elster: Sie ist eine Langzeitregentin. Vor fünf Jahren wurde sie zur Brunnenkönigin gekürt, hat seitdem bei allen möglichen Anlässen den Kurort repräsentiert. Immer festlich gekleidet in Dunkelblau, mit einem Reif im Haar und einem freundlichen Lächeln auf den Lippen - selbst wenn Regen auf ihr Gewand nieselte oder Wind die Königin-Schärpe außer Form wehte. So wie am Samstag, als Rebecca Renz die Adventspyramide auf dem Badeplatz im Beisein von vielen Schaulustigen in Bewegung setzte - ein königliches Bild. "Das Adventsfest ist jedes Jahr ein Höhepunkt für mich", sagt sie. Neben dem musikalisch-gastronomischen Vielfaltsprogramm gehörte am Wochenende neben Rebeccas Auftritt auch das Anschneiden des Weihnachtsstollens zu den Höhepunkten. Bäcker André Fischer aus Bad Brambach stellte ihn zur Verfügung. "Gebacken wurde er nach einem Hausrezept, das es seit 114 Jahren gibt und nun an die dritte Generation weitergegeben wurde." Der Erlös aus dem Verkauf des rund 1,20 Meter langen Weihnachtsbrotes kommt der Grundschule Bad Elster zugute.

Der Heimatverein in Markneukirchen: Ob es zum Weihnachtsmarkt in Markneukirchen schneit oder regnet oder stürmt: Die Mitglieder des Heimatvereins gehören zu jenen Vereinen, Einrichtungen oder Orchestern, die trotz klammer Finger und roter Nasen dennoch und unverzagt dafür sorgen, dass am Samstag vor dem 2. Advent auf dem Oberen und dem Unteren Markt zumindest ein Hauch von weihnachtlicher Stimmung aufkommt. Während der Weihnachtsmann mit einem Ponywagen anrückte und kleine Geschenke an die Kinder verteilte, herrschte am Stand des Heimatvereins Interesse am Vogtland-Kalender für 2019 und an diversen Publikationen wie der aktuellen Ausgabe des "Neikirnger Heimatboten" - mindestens ebenso begehrt wie ein Stück vom Frei-Stollen. Nicht nur die 80-jährige Inge Rahm reichte ein ums andere Mal ein Exemplar über den Verkaufstisch: "Ich bin seit 2000 im Verein, mache auch in der Klöppelgruppe mit. Wenn ich für den Weihnachtsmarkt eingeteilt war, habe ich noch nie gefehlt." Als Bürgermeister Andreas Rubner den von der Bäckerei Seifert gestifteten Weihnachtsstollen anschnitt, dachte er schon zwölf Monate voraus: "Es ist immer recht schwer, einen Weihnachtsmarkt auf die Beine zu stellen. Für das nächste Jahr müssen wir uns noch mehr einfallen lassen."

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