Bundespolizei zeigt ihr Herzstück

Passkontrolle, Taschendiebstahl, Technikschau: Der erste Tag der offenen Tür bei der Bundespolizeiinspektion Klingenthal ließ am Samstag viele Besucher staunen - und in sonst streng abgeschottete Bereiche hineinschauen.

Klingenthal.

Zwei Frauen sitzen im Café und plauschen angeregt miteinander. So vertieft sind sie in ihrem Gespräch, dass sie nicht darauf achten, wie sich ein Mann an den Nebentisch setzt, sich unauffällig gibt und einer der Frauen unbemerkt das Portemonnaie aus der Jackentasche klaut. Polizeihauptmeister Jens König: "Sie sind gut beraten, aufmerksam zu sein, wenn sie sich in einer öffentlichen Einrichtung bewegen und genau auf ihr Eigentum achten. Taschendiebe rechnen doch damit und warten nur darauf, dass sie es nicht tun." Die Café-Szene war nur ein Spiel.

Normalerweise ist man froh, nichts mit der Polizei zu tun zu haben. Am Samstag jedoch wurde die Nähe von Uniformierten geradezu gesucht - beim Tag der offenen Tür in der Bundespolizeiinspektion Klingenthal. Dessen Leiter Timo Heisig: "Wir haben heute das erste Mal dazu eingeladen, weil wir den Bürgern einen kleinen Einblick in unsere Arbeit gegen wollen. Gleichzeitig ist der Tag der offenen Tür unser Beitrag zum Jubiläum 100 Jahre Stadtrecht von Klingenthal." So ein freundliches Angebot schlägt man doch nicht aus - wann hat man schon Gelegenheit, das Gebäude der Bundespolizeiinspektion in der Dürrenbachstraße von innen zu sehen, einen Blick hinter die Kulissen zu werfen? Sogar ein Zugang in das Herzstück Leitzentrale war am Samstag möglich, Fotografieren hier allerdings streng untersagt. Dafür konnte man sich von Oberkommissar Ronny Kaufmann erklären lassen, wie im Falle des Falles eine Identitätsprüfung vorgenommen wird, bei Polizeihauptmeister Henry Wolf einen Blick auf gefälschte Personaldokumente werfen oder sich von Polizeihauptmeister Michael Meisel die Informations- und Kommunikationstechnik vorführen lassen.

Für den Tag der offenen Tür hatte sich die Bundespolizei Partner eingeladen, mit denen sie auch im Alltag gegebenenfalls zusammenarbeitet: die Bergwacht Klingenthal, das Technische Hilfswerk aus Reichenbach, Zollbeamte, die Freiwillige Feuerwehr und die Fremdenpolizei aus Tschechien. Sie alle hatten im Hof der Bundespolizei eine "Blaulichtmeile" aufgebaut, wo man an verschiedenen Stationen viel Interessantes erfuhr und den Einsatz von Technik hautnah miterlebte. Beispielsweise beim Technischen Hilfswerk, wie eine verschüttete Person mittels eines Videoendoskops aufgespürt und dann aus der Notlage befreit wird. Inmitten des Treibens war stets Toni, der Bär, Maskottchen der Bundespolizei. Selbst Autogramm- und Selfie-Jäger kamen auf ihre Kosten: Björn Kircheisen, der frühere Weltklasse-Athlet in der Nordischen Kombination, stand geduldig Rede und Antwort. Der Tag der offenen Tür hatte zudem einen sozialen Aspekt: Der Erlös aus dem Verkauf der Speisen und Getränke kommt dem Hospiz- und Beratungsverein "Nächstenliebe" Auerbach zugute.

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