Buschhaus-Lob von Stars: Besser als in jedem Interhotel

Buschhaus- Geschichten: Vor dem Abriss erinnern sich die Vogtländer: Heute Ursula Nöbel, die einst angehende Köche und Kellner betreute.

Klingenthal.

Es kommt gewiss nicht jeden Tag vor, dass Ursula Nöbel mit ihren Gedanken im Buschhaus ist: "Wenn ich daran vorbeifahre, dann schon. Jetzt noch mehr, weil der Abriss bevorsteht. Ich erinnere mich, wie schön es dort doch war." Das hat die 70-Jährige bewogen, in ihrem persönlichen Archiv auf die Suche nach Dokumenten zu gehen. Und sie, die von 1969 bis zur Wende Leiterin der HO-Berufsausbildung für Koch- und Kellnerlehrlinge im damaligen Kreis Klingenthal war, ist fündig geworden.

Behutsam nimmt Ursula Nöbel eine Speisekarte zur Hand, auf der nicht nur eine Menüfolge zu lesen ist, sondern die gleichzeitig als Serviette zu benutzen war. Sie stammt vom 23. März 1985. "Neben dem Waldgut betreute ich auch das Buschhaus, das erste Haus am Platz. Dort waren wir Ausrichter für den 3. Leistungsvergleich von Lehrlingen, der überbetrieblich war und immer abwechselnd in den Orten stattfand. Daran nahmen auch künftige Kellner und Köche aus den Kreisen Plauen und Oelsnitz teil." Doppelte Kraftbrühe mit Fleischklößchen, Fischschnitte gedünstet, Rostbraten "Esterhazy" - wenn Ursula Nöbel das Menü liest, das die Lehrlinge zu kochen hatten, erinnert sie sich noch heute nicht nur daran, dass einige Zutaten lange vor dem Termin bestellt werden mussten, damit sie pünktlich zum Leistungsvergleich zur Verfügung standen. Vor allem aber erinnert sich Ursula Nöbel daran, dass er immer ein Höhepunkt für die Lehrlinge und auch die Ausbilder war: "Wir haben zusammengesessen und uns über die Ausbildung ausgetauscht, auch gefetzt. Und es wurde viel gelacht. Das waren wirklich schöne Stunden im Buschhaus. Daran hing unser Herzblut. Da kommen mir gleich die Tränen."

Wer damals die Nase vorn hatte beim Leistungsvergleich, das kann Ursula Nöbel nicht mehr sagen. Aber sie ist bis heute stolz auf das Niveau der Ausbildung. Das bestätigten auch Gäste von Rang und Namen, die seinerzeit Stammgäste im Buschhaus waren. In ihrem Archiv fand die Klingenthalerin lobende, handgeschriebene Worte von Dean Reed und seiner Frau Renate Blume-Reed: "Insgesamt haben wir uns besser gefühlt als in jedem Interhotel." Etliche der Lehrlinge, die Ursula Nöbel damals betreute, haben noch heute als Gastronom in Klingenthal und Umgebung einen guten Namen. Zum Beispiel Carsten Förster im Döhlerwald, Bettina Baumgärtel - ehemals Meinel - im Gasthof Zwota oder Heiko Reuter in der Schönen Aussicht. Um sie und viele andere Ehemalige aus dem Buschhaus zu treffen und mit ihnen an schöne Zeiten zurückzudenken, will sich Ursula Nöbel die Abschiedsfeier heute ab 15 Uhr nicht entgehen lassen.

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