CDU-Kandidat will stärker mit Bürgern ins Gespräch kommen

Jürgen Lenk will Bürgermeister von Bad Brambach werden - und bei ihm sollen Bürger mitreden dürfen, wohin sich der Kurort bis 2030 bewegt.

Bad Brambach.

Das obere Vogtland scheint eine einzige Herzkammer zu sein: Die Bürgermeister von Oelsnitz und Adorf sprachen vor ihrer Wahl von Herzblut, der CDU-Kandidat für die Bürgermeisterkür am 9. September erklärte Bad Brambach zu "meiner Herzensangelegenheit". Aber der Begriff stamme nicht aus dem Baukasten "Wie werde ich Bürgermeister", meint Jürgen Lenk. "Ich hab mir schon was gedacht bei dem Satz", sagt der 43-Jährige. Zum Beispiel das: Damit will er die Einwohner locken, die auch so denken, bisher aber in der Beobachterrolle verharrten. "Die Leute wollen hören, wie man es machen kann und nicht, wie es gerade nicht geht", strebt Lenk ein offenes Verhältnis zu den Bürgern an. "Wir brauchen ein Gemeinde-Entwicklungskonzept, wo wie wir uns im Jahr 2030 sehen. Bisher sind die Einwohner bei Entscheidungen nicht gefragt worden. Ich stelle mir Arbeitsgruppen aus Bürgern, Räten und Mitarbeitern der Verwaltung vor", erklärt Lenk.

Zeit, sich solche Ideen auszudenken, hatte der Steuerfachangestellte: Seit knapp zehn Jahren sitzt er im Ortschaftsrat Schönberg, seit 2015 im Gemeinderat. Schon vor drei Jahren hatte er kurz überlegt, als Bürgermeisterkandidat ins Rennen zu gehen, ließ es aber, da Amtsinhaber Helmut Wolfram nochmals antrat. Seine Partnerin habe ihn in diesem Punkt bestärkt, sagt der Vater von zwei Kindern, die vier und elf Jahre alt sind. Dass er für die CDU antritt, der er erst seit wenigen Monaten angehört, war für Lenk folgerichtig. "Ich bin in der Fraktion. Da ist das schlüssig". Und: Die CDU sei Regierungspartei in Sachsen - Kontakte zu Abgeordneten bis hin zum Ministerpräsident könnten Bad Brambach helfen, ist Jürgen Lenk überzeugt.

Baustellen sieht er in der Gemeinde einige. Stichwort: Kommunale Wohnungen. Hier müsse sich die Gemeinde externen Sachverstand ins Boot holen. Lenk fürchtet, dass Bad Brambach bei hohem Sanierungsrückstau und Leerstand bei den Betriebskosten nicht nur draufzahlt, sondern auch keinen findet, der in diese Immobilien investiert. Im Punkt Ärzteversorgung führte Lenk bereits Gespräche. Als realistisch sieht er eine Zweitpraxis eines Mediziners an - der dann einen Teil der Woche im Kurort ist. Einen jungen Arzt komplett hierher zu locken, sieht der CDU-Kandidat als schwierig an. Ihm eine Praxis einzurichten, sei aber schon eine Vision.

Luft nach oben sieht Lenk beim Freizeitangebot. So sehe es bei Spielplätzen noch relativ mager aus. Als Bürgermeister würde er sich dafür einsetzen, dass die Gemeinde in den Besitz des gesamten Schwimmbad-Areals kommt, um des weiter als Freizeit- und Erholungszentrum profilieren zu können. Den Freiraum für die freiwillige Aufgabe Bad will er durch "sinnvolles Sparen" bei anderen Punkten freischießen. Aus seinen Kenntnissen aus dem Finanzwesen sei die derzeitige Geld-Situation der Gemeinde, in der der Kreis freiwillige Konsolidierungen fordert, nicht auf die leichte Schulter zu nehmen, schätzt Lenk ein.

Einen Schwerpunkt setzt er auf den Tourismus. "Wenn es dem Tourismus in Bad Brambach gut geht, geht es Bad Brambach auch so gut", betont er. Neben dem engen Miteinander mit den Staatsbädern ("absolutes Muss") müsse das Verhältnis zum Tourismusverband deutlich besser werden. "Wir brauchen den klassischen Kurgast, wir brauchen aber auch eine völlig neue Zielgruppe. Die Selbstzahler müssen wir überregional finden", setzt Lenk auf verstärkte Werbung. Als Anhängsel von Bad Elster sieht er das Radonbad nicht. "Ich stehe für eine selbstständige Kommune. Sonst hätte ich mich nicht aufstellen lassen als Bürgermeister", sagt Lenk, der sich kommunalpolitisch engagierte, als ruchbar wurde, dass der Ortschaftsrat Schönberg abgeschafft werden soll.

Als einziger der drei Bewerber am 9. September verfügt Lenk über kommunalpolitische Erfahrung im Kurort. Als Favorit sieht er sich nicht. "Es ist alles offen", meint Jürgen Lenk. Respekt vor dem Bürgermeisteramt, das ein Ehrenamt ist, hat er. "Wer glaubt, dass er es nebenbei machen kann - das ist ein absoluter Trugschluss. Das wird ein Fulltime-Job."

Ein Bürgerforum der "Freien Presse" mit den drei Kandidaten findet am 30. August, 18.30 Uhr in der Festhalle Bad Brambach statt. Neben Jürgen Lenk bewerben sich die beiden Einzelkandidaten Torsten Schnurre und Maik Schüller zur Wahl am 9. September. Ihre bereits in der "Freien Presse" erschienenen Porträts finden Sie in unserem Online-Special.

www.freiepresse.de/brambachwahl

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