Das Hüttenbachtal als Juwel für Natur und Geschichte

Einen in die Jahre gekommenen Lehrpfad haben Initiatoren aus Zwota gründlich aufgefrischt. Jetzt wurde er offiziell wieder eingeweiht.

Zwota.

Mit flinken Füßen braucht man vielleicht eine halbe Stunde, um den rund zweieinhalb Kilometer langen Rundweg durchs Hüttenbachtal abzuschreiten. Wer aber will schon durch den Wald hasten, wenn es doch eher auf Erholung ankommt und man nebenher noch Informationen über die Geschichte des Gebietes und dessen Besonderheiten erhält? Da lohnt es schon, sich Zeit zu nehmen für den Weg, und unterwegs auch die eine oder andere Rast einzulegen.

Dem Zwotaer Michael Künzel, erst Revierförster und später in verantwortlicher Position im Naturpark Erzgebirge/Vogtland tägig, war es zu verdanken, dass 1995 erstmals ein Naturlehrpfad im Hüttenbachtal angelegt wurde. Dessen Markenzeichen war eine 44 Meter hohe Zwieselfichte, die aber 1996 im Alter von rund 165 Jahren aus Sicherheitsgründen gefällt wurde. Auch daran erinnerte der Zwotaer Ortsvorsteher Hans Schlott (CDU) in seinen Ausführungen zur offiziellen Wiedereinweihung, die am Donnerstag in Verbindung mit der traditionellen Zwoticher Körbe stattfand.

Es war 2019 der langjährige Zwotaer Gastwirt Alfons Goram, der als Ortschaftsrat der Freien Wähler eine neue Initiative startete, um den zwischenzeitlich in die Jahre gekommenen Lehrpfad wieder zu beleben. Sein Anliegen fand Zustimmung im Ortschaftsrat und im Heimatverein Zwota. Der Sachsenforst gab mit einem Gestattungsvertrag Grünes Licht, und auch der private Waldbesitzer Frank von Römer - durch sein Waldgebiet verläuft ein Abschnitt des Pfades - stimmte zu.

Entlang der Tour gibt es 19 Informationstafeln, gefertigt vom Klingenthaler Maik Körner und installiert von Steffen Kunis und Nico Schneider. Sie geben Auskunft über Flora und Fauna des 1631 in Verbindung mit einer Rußhütte erstmals urkundlich erwähnten Hüttenbach- tales, über den in den 1950er-Jahren ins Auge gefassten und dann wieder verworfenen Bau einer Talsperre, über historische Erzförderung und Schieferabbau, über Köhlerei und Geologie - und noch vieles andere mehr. Durch die derzeit schwierige Finanzsituation im Staatsbetrieb Sachsenforst blieb freilich die Finanzierung des Vorhabens in Höhe von 6800 Euro allein am Ortschaftsrat Zwota hängen.

Aus Zwota und Klingenthal, aus Schöneck, Arnoldsgrün, Markneukirchen und vom Heimatverein Topas in Tannenbergsthal kamen die Gäste, die im Anschluss an die Einweihung eine von Thorald Meisel vom Heimatverein Zwota geführte Tour auf dem Lehrpfad unternahmen, wobei auch Revierförster Andreas Warg und Michael Künzel interessante Ausführungen beisteuerten - so zum Beispiel über die aus den Jahr 1785 stammenden Kiefern am Großen Hüttenbachteich. Diese gehören zu den ältesten Beständen im Vogtland.

"Wir hoffen, mit dem Lehrpfad das touristische Angebot unserer Region weiter ausbauen zu können", sagte Ortsvorsteher Hans Schlott bei der Einweihung: "Und wir möchten speziell Schulklassen, Kindergartengruppen und Familien, die nicht so weit wandern möchten oder können, nach Zwota einladen, um unsere schöne Natur mit ihrer vielfältigen Pflanzen- und Tierwelt kennen zu lernen."

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