"Das schaff' erstmal!"

In der Gastronomie wechselt oft das Personal. Anders im "Walfisch" in Zwota. Hier ist Sandra Meisinger seit 25 Jahren eine feste Bank.

Zwota.

Sandra Meisinger hat Restaurantfachfrau gelernt. Warum, das erklärt sie so: "Damals wollte ich unbedingt einen Beruf, in dem ich etwas mit Menschen zu tun habe." Da lag die Gastronomie nahe und für die Zwotaerin der "Walfisch" noch näher. Beim damaligen Wirt Alfons Goram ging sie 1994 in die Lehre, war ihm in den Folgejahren eine zuverlässige Mitarbeiterin und ist es noch immer, seit seine Kinder René und Peggy den Gasthof übernahmen.

Dass Sandra Meisinger (44) nun also seit 25 Jahren - exakt seit dem 1. August - quasi zum Inventar im "Walfisch" gehört, ist in der heutigen Zeit doch recht ungewöhnlich. Sie sagt: "Das schaff' erstmal!" Viele Lokale und Gaststätten klagen über Personalmangel, müssen deshalb verkürzt öffnen oder gar ganz den Betrieb aufgeben. Wohl dem deshalb, der sich auf eine so treue Seele wie Sandra Meisinger verlassen kann. "Ich sehe auch keinen Grund, hier aufzuhören und dann anderswo anzufangen. Mir gefällt die Arbeit, wir sind ein super Team, der Chef ist sehr nett und ich bin in meiner Heimat."


Die Gastronomie ist ein überaus hartes Geschäft. Von ganz wenigen Ausnahmen und Tagen abgesehen, an denen die Lokalität geschlossen bleibt, hat nicht nur der "Walfisch" das ganze Jahr über geöffnet. Sandra Meisinger klagt nicht darüber: "So ist es eben, darauf muss man sich einlassen. Wir arbeiten in Schichten und weil ich eine Nachteule bin, arbeite ich nur spät. Mir macht das aber nichts aus, ich habe mich auf diesen Rhythmus eingestellt, auch wenn es manchmal bis weit nach Mitternacht geht. Jedenfalls habe ich noch keine Gäste nach Hause geschickt, obwohl meine Arbeitszeit offiziell vorbei war."

Sandra Meisinger ist nicht nur eine zuverlässige Mitarbeiterin, eine Fachkraft in Sachen Servieren, Tischeindecken und Bierzapfen, sondern auch die dienstälteste Angestellte im "Walfisch" und als solche bei den Chefs und im Kollegenkreis sehr beliebt und geachtet. Eine tschechische Aushilfskraft nannte sie einmal liebevoll Sandruschka - das ist jetzt zu ihrem Kosename geworden. Einmal "Walfisch", immer "Walfisch". Wirt René Goram hat Sandra Meisinger versichert "Ich bringe dich bis zur Rente." Da hat sie ihr herzlichen Lachen gelacht und nicht widersprochen.

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