Der Advent rückt näher - vom Winter keine Spur

Seit 65 Jahren gibt es einen Wintersport-Wetterdienst für das Aschberggebiet

Klingenthal.

Eine Woche vor dem Beginn der Adventszeit ist im Vogtland vom Winter noch nichts zu sehen. Auch in der Vogtland-Arena traut man dem Wetter nicht und produziert für den Skisprung-Weltcup am dritten Adventswochen- ende Kunstschnee, um auf der sicheren Seite zu sein.

Die Prognosen für den Winter - oder Nichtwinter - überschlagen sich derzeit. Am Wochenende wurde ein Wettermodell präsentiert, das einen bislang einmaligen milden und feuchten Winter vorhersagt. Wie realistisch sie tatsächlich sind, ist nur schwer zu beurteilen.

Aber Fakt ist, dass sich die Wetterlage verändert hat. Blättert man in den Unterlagen des Klingenthaler Wintersport-Wetterberichts, der ab 1954 von Otto Eichelberger für das Amt für Meteorologie und Hydrologie in Dresden-Radebeul erstellt wurde, so war es in jenen Jahren eigentlich normal, dass Ende November auf dem Aschberg und in Mühlleithen der erste Schnee lag. Meist schneite es erstmals um den 20. November. Das belegen auch die Daten des Deutschen Wetterdienstes für die Wetterstation auf dem Schlosserberg in Zwota. Zwischen 1971 und 2000 lag dort im Durchschnitt im November an elf Tagen eine geschlossene Schneedecke!

Als Otto Eichelberger die Daten für den Wintersport-Wetterbericht ermittelte, waren zunächst nur Temperatur, Schneehöhe und Sportmöglichkeiten von Interesse. Die Beobachtungen erfolgten damals montags, mittwochs und freitags, jeweils 7 Uhr. Vom Meteorologischen Dienst wurde dann aus den Daten der Wintersport-Wetterbericht für die Zeitungen und den Rundfunk zusammengestellt. Das Fernsehen steckte in jenen Jahren noch mitten in der Erprobung.

Ab 1966 gab es auch einen Wintersportwetterdienst für die damals selbstständige Gemeinde Mühlleithen. Dort kümmerte sich mit Hans Leonhardt der Deutsche Meister des Jahres 1941 über die 50-Kilometer-Distanz um die Erfassung der Daten.

Das System einer einheitlichen Erfassung der Wetterdaten basierte übrigens auf einer Anregung von Kurt Glaß, geboren 1905 im heutigen Klingenthal Stadtteil Brunn- döbra. Glaß hatte unter anderen 1948 die Wetterstation auf dem 1142 Meter hohen Brocken wieder aufgebaut und leitete diese bis Mitte der 1960er-Jahre.

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