Der große Wechsel: Drei Viertel der Brambacher Räte sind neu

Das Parlament von Bad Brambach hat sein Gesicht völlig gewandelt. Eine erste Erkenntnis: Veränderte Mehrheiten bedeuten viel höheren Gesprächsbedarf.

Bad Brambach.

Es war nicht weniger als der völlige Umbruch, der mit der Kommunalwahl am 26. Mai den Gemeinderat Bad Brambach erfasst hat. Die CDU, seit 1990 im Kurort dominant, stürzte auf nur noch drei Mandate ab. Neue stärkste Kraft sind die erstmals angetretenen Freien Wähler mit fünf Sitzen. Mit Zukunft für Bad Brambach (zwei Abgeordnete) sowie FDP und Dorfgemeinschaft Raun/Gürth (je einer) sitzen weitere Kräfte am Tisch, die neu dabei sind. Bei der FDP ist es zugleich die erste erfolgreiche Rückkehr in ein Kommunalparlament im oberen Vogtland seit vielen Jahren.

Drei Viertel der Abgeordneten am Ratstisch waren in der letzten Legislaturperiode nicht dabei. Dass diese Konstellation herausfordernd sein könnte, war seit der Wahl ein offenes Geheimnis. Zur konstituierenden Sitzung am Mittwochabend zeigte sich eines: Der Abstimmungs- und Redebedarf ist gewachsen. Deutlich wurde dies beim Tagesordnungspunkt Wahl der beiden ehrenamtlichen Stellvertreter von Bürgermeister Maik Schüller (parteilos). Einigkeit herrschte, dass dafür in offener Wahl abgestimmt werden sollte. Da sich die Abgeordneten aber nicht auf die Kandidaten einigen konnten, wurde die Abstimmung auf die Sitzung Ende September vertagt.

Zuvor hatte der bisherige erste Vizebürgermeister Otto Fischer (CDU) deutlich gemacht, dass er für dieses Amt "nicht mehr zu haben" sei. "Wir müssen den Generationswechsel durchziehen", erklärte er. Dass die Freien Wähler die stärkste Fraktion stellen, solle sich auch hier widerspiegeln. Die Freien Wähler hätten zudem als größte Fraktion das Vorschlagsrecht - rechtlich gesehen. Was Kämmerin Constanze Wünsche zu der Feststellung führte, "wir haben in den letzten Jahren rechtlich ziemlich viel nicht gemacht". Laut Fischer sei es gute Sitte gewesen, dass der Stimmenkönig als Erstes für das Vize-Amt in Frage käme. Damit kam Ines Czaya (Freie Wähler Bad Brambach) in den Blick - sie hatte als Neueinsteigerin aus dem Stand mit 415 die meisten Stimmen geholt. Ins Stellvertreteramt drängt es sie nicht. "Ich habe null Erfahrung" gab sie zu - und brachte ihrerseits den politisch erfahrenen Torsten Schnurre (FDP) ins Spiel. "Ich würde es machen. Meine Verfügbarkeit ist jederzeit gegeben", sagte Schnurre, der 2018 als Bürgermeister kandidiert hatte. Fischer wiederum plädierte dann für Ronny Trapp (Freie Wähler), der als Staatsbadbeschäftigter vor Ort sei. Da auch nach einem Antrag von Andreas Zuber (Zukunft für Bad Brambach) keine Einigkeit erzielt werden konnte, wird die Vize-Wahl später Thema.

GIeiches gilt für die Besetzung der Ausschüsse: Je fünf Mitglieder gehören Verwaltungs- und Technischen Ausschuss an. Im September müssen die Abgeordneten über ein Wahlverfahren entscheiden. Bereits entschieden ist dagegen, dass die gewählte Abgeordnete Sonnhild Stark (Freie Wähler Bad Brambach) ihr Mandat nicht annimmt. Sie leitet den Kindergarten, ist so als Angestellte der Verwaltung mit personalverarbeitenden Dingen betraut, erläuterte Bürgermeister Maik Schüller (parteilos) dazu den Hinderungsgrund. Gleiches gilt für Starks Stellvertreterin im Kindergarten, Alexandra Weihmann, die als Nachrückerin auf der Liste stand. Mit einem Durchschnittsalter von 41,5 Jahren ist Bad Brambachs Rat eher jung - und hat mit Paul Zeiner (Jahrgang 2000) den jüngsten Abgeordneten im oberen Vogtland überhaupt.

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