Deutsch-Deutsche Filmtage ziehen in die Plauener Festhalle

Aufgrund der Coronapandemie müssen auch bei dieser Veranstaltung neue Wege gegangen werden. Das Angebot kann sich trotzdem sehen lassen. Gezeigt werden spannende und interessante Dokus sowie ein Spielfilm.

Plauen.

Den Besucherrekord aus dem Vorjahr werden die Veranstalter der XI. Deutsch-Deutschen Filmtage diesmal nicht überbieten, ja nicht mal erreichen können. "100 Besucher sind möglich", informierte Organisatorin Steffi Behnke von der Plauener Stadtverwaltung über die höchstmögliche Zuschauerzahl pro Vorstellung. Vom 13. bis 16. November stehen im großen Saal der Festhalle sieben Vorführungen auf dem Programm.

Ins große Haus ist man umgezogen, weil im Capitol-Kino an der Bahnhofstraße noch viel weniger Platz gewesen wäre. "20 bis 30 Leute, das hätte sich kaum gelohnt", schätzt die Rathaus-Mitarbeiterin ein. Das Capitol-Kino und das zum selben Kinounternehmen gehörende Central-Kino Hof waren in den vergangenen Jahren die Austragungsstätten der Filmtage, die im Vorjahr mit insgesamt 3000 Besuchern einen neuen Besucherrekord erreichten. In Hof finden die Vorführungen auch dieses Jahr wieder im Filmtheater statt.

Dass sich so viele Menschen für die Dokumentationen und Spielfilme rund um die Friedliche Revolution 1989, die deutsche Einheit, die Entwicklung der beiden Staaten vor 1989 und die Ereignisse nach der Einheit interessieren, liegt nicht zuletzt an den hochkarätig besetzten Gesprächsrunden nach den Vorstellungen. Das ist diesmal nicht anders.

"Aufbruch zur Demokratie", heißt ein 90-minütiger Streifen, in dem es um die Runden Tische 1989/90 in der DDR geht. DDR-Bürgerrechtler Gerd Poppe saß an diesen Tischen, und am 14. November sitzt er ab 14 Uhr in der Plauener Festhalle, wenn dieser Film zu sehen ist und anschließend darüber diskutiert wird.

"D-Mark, Einheit, Vaterland" behandelt eines jener Themen, das viele Menschen bis heute aufwühlt: die Treuhand-Anstalt. Richard Markus arbeitete von 1992 bis 1995 als abgeordneter Berater der Treuhand und kann am 13. November dazu etwas sagen.

"Eine Zeitreise mit 'Kennzeichen D'" wirft einen Blick zurück auf jene Jahre, in denen sich viele DDR-Bürger die Informationen zum Geschehen im eigenen Lande aus dem Westfernsehen holten. Das Gesicht von Joachim Jauer, ehemaliger ZDF-Studioleiter in Berlin, kennen daher noch viele. Der Journalist und Autor weiß, wie mühsam die Berichterstattung damals gewesen ist. Am 14. November um 18 Uhr läuft die 60-minütige Dokumentation in der Festhalle. Jauer ist zu Gast.

Die Bürgerrechtlerin Freya Klier zeigt am 15. November ab 18 Uhr ihren 45-minütigen Film über "Das kurze Leben des Robert Bialek". Die Staatssicherheit hat den 40-Jährigen nach dessen geglückter Flucht in den Westen im Februar 1956 in Westberlin gekidnappt, wieder zurück in den Osten geholt, wo sich seine Spur verloren hat. Seine Frau erhielt Monate später per Telefon die Todesnachricht.

"Wir wollen Zeitgeschichte zeigen und aufarbeiten", erklärte Kulturbürgermeister Steffen Zenner (CDU) das Ziel der gemeinsam mit Plauens Partnerstadt Hof veranstalteten Filmtage. "Diskussion ist erwünscht", machte er weiter klar, dass die Veranstaltungen nach Filmende nicht vorbei sind. "Es ist Teil unserer Stadtgeschichte, das wollen wir nicht verlieren", begründete der Bürgermeister das immer wieder auf die Tagesordnung gerufene Thema Friedliche Revolution und Einheit.

Der Eintritt zu den Vorführungen ist frei. Bis zum Sitzplatz muss ein Mund- und Nasenschutz getragen werden. www.hof-plauen-89.de

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