Diagnose Blutkrebs: Lena aus Markneukirchen will leben

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Ein 16-jähriges Mädchen aus Markneukirchen ist an Blutkrebs erkrankt. Es benötigt dringend eine Stammzellspende. Freunde machen als "Team Lena" mobil.

Markneukirchen.

Lena lacht, auch wenn ihr das Lachen derzeit schwer fällt. Die 16-Jährige ist an Blutkrebs erkrankt - und das bereits zum zweiten Mal. Doch Lena kämpft gegen die Krankheit und gibt die Hoffnung nicht auf. Um gesund zu werden, braucht sie eine Stammzellspende. Freunde haben deshalb "Team Lena" ins Leben gerufen, um gemeinsam mit der Deutschen Knochenmarkspenderdatei DKMS einen genetischen Zwilling zu finden. Öffentliche Registrierungsaktionen sind wegen Corona derzeit jedoch nicht möglich. "Team Lena" mobilisiert daher vor allem über soziale Netzwerke, wie Initiatorin Nicole Klug aus Bad Brambach berichtet. Sie hält den Kontakt zu Lena und ihrer Familie. Neben Nicole Klug gehören Jeanette Paulus-Masur und Jacqueline Maak zum Team.

Lena kämpft seit zwei Jahren gegen den Krebs und hat eine Achterbahnfahrt der Gefühle hinter sich, wie "Team Lena" berichtet.

Alles begann im Dezember 2018. Das Mädchen fühlte sich immer müder und schlapper. Zunächst dachten Ärzte an Auswirkungen der Pubertät. Doch schlechte Blutwerte und eine Untersuchung in der Uniklinik Jena brachten nach kurzer Zeit die Schockdiagnose: Akute lymphatische Leukämie.

Für Lena wurde ein Behandlungsplan erstellt. Die Heilungschancen standen sehr gut. Mehrere Chemotherapien und Bluttransfusionen brachten Besserung. Tapfer steckte Lena die Nebenwirkungen weg. Die Chemobehandlung endete im August 2019, und Lena durfte die berühmte Glocke läuten. Es folgte ein Jahr Erhaltungstherapie mit unterschiedlichsten Medikamenten. Lena jammerte nicht. Das war auch die Zeit, in der ihre Haare wieder langsam wuchsen. In diesem Jahr hatte sich Lena sichtlich erholt und das neu gewonnene Leben genossen. Sie ging auf Rockkonzerte, durfte im Lkw mitfahren. Dann der lang ersehnte Tag: Am 5. Dezember 2020 nahm sie ihre letzten Medikamente. Sie galt als geheilt. "Das war der Befreiungsschlag für die ganze Familie, erst einmal aufatmen und wieder ganz normal Leben", berichtet "Team Lena". Doch keiner konnte ahnen, dass das Glück nur von kurzer, sehr kurzer, Dauer sein würde. Ende Dezember, also nicht einmal einen Monat später, ging es Lena wieder schlechter. Es fing mit Leberschmerzen an. Die Blutuntersuchungen waren jedoch ohne Befund. In einer Nacht kamen Knie- und Nackenschmerzen dazu. Wieder war das Blut in Ordnung. Einen Tag vor Silvester ging es wieder nach Jena. Sie wurde mit MRT und Ultraschall untersucht - wieder alles unauffällig. Als in dieser Nacht die Schmerzen noch stärker wurden, zogen die Ärzte am nächsten Tag Nervenwasser. Diagnose: Leukämie mit Befall des zentralen Nervensystems. Ein Schock.

Die Chemo begann wieder, die gerade gewachsenen Haare fielen wieder aus und wieder wurde die Jenaer Klinik ihr zweites Zuhause. Jetzt braucht Lena eine Stammzellspende, um den Krebs besiegen zu können. "Ich möchte noch viel Zeit mit meiner Familie und meinen Schwestern Emily und Farina verbringen", sagt Lena.

Lena liegt derzeit wieder getrennt von ihrer Familie im Krankenhaus. Sie vermisst ihre kleinen Geschwister. Eigentlich möchte sie ein normales Teenagerleben führen und zu Deutschrockkonzerten gehen. Mama Jeannine über ihre Tochter: "Lena erreicht alle Herzen mit ihrer liebenswerten Art. Ich bin so stolz auf meine Kämpferin", sagt sie und hofft auf eine erfolgreiche Stammzellspende. "Danach hat Lena einen großen Wunsch - einmal ins Disneyland nach Paris." Auch Stiefpapa Tobias vermisst seine "Große". Er will endlich wieder beim Achterbahnfahren mit Lena um die Wette lachen.

Der Alltag ist für alle Beteiligten ein Kampf. Lena in der Klinik, ihre zwei Schwestern, 3 und 14 Jahre alt, zu Hause, eine Mutter, die täglich nach Jena pendelt - und das alles mitten in der Coronakrise mit den Belastungen durch Homeschooling und vielen Einschränkungen: Die Familie ist mehr als am Limit, berichtet Nicole Klug vom "Team Lena". Mut und Hoffnung mache die große Anteilnahme, die die Aktion bereits seit dem Start am Wochenende erfahren hat.

www.dkms.de/lena


Lena helfen - so geht es

Wer gesund und zwischen 17 und 55 Jahre alt ist, kann Lena und anderen Patienten helfen und sich mit wenigen Klicks unter www.dkms.de die

Registrierungsunterlagen nach Hause bestellen.

Die Registrierung geht einfach und schnell: Mithilfe von drei medizinischen Wattestäbchen und einer genauen Anleitung sowie einer Einverständniserklärung kann jeder nach Erhalt des Sets selbst einen Wangenschleimhautabstrich vornehmen und anschließend per Post zurücksenden, damit die Gewebemerkmale im Labor bestimmt werden können. Spender, die sich bereits in der Vergangenheit registrieren ließen, müssen nicht erneut teilnehmen.

Besonders wichtig ist es, dass die Wattestäbchen nach dem erfolgten Wangenschleimhautabstrich zeitnah zurückgesendet werden. Erst wenn die Gewebemerkmale im Labor bestimmt wurden, stehen Spender für den weltweiten Suchlauf zur Verfügung.

Auch Geldspenden helfen Leben retten, da der DKMS für die Neuaufnahme eines jeden Spenders Kosten in Höhe von 35 Euro entstehen. DKMS-Spendenkonto IBAN: DE64 6415 00 20 0000 2555 56. (tb)

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